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ULli 06.09.2002 15:16

Hallo,

ich wollte eigentlich garnicht mehr antworten, ich geb es nämlich auf, angesicht dieses wahrhaft unglaublichen (FS2002-Chessna) Sachverstands.... ;) :D :lol: Ich wundere mich halt nur, warum ich immer noch lebe, ohne profundes Wissen der wahren physikalischen Zusammenhänge... :D

Gruss,

Wolfgang

P.S. Meine 3 cent, mehr will ich nicht ausgeben :D

Peterle 06.09.2002 16:06

Ich hab ja erst 1.8 Pfennig...
 
... beigetragen, also:

David hat den Effekt des negativen Wendemomentes ganz exakt erklaert: Aussenfluegel (Querruder unten) hat hoeheren Auftrieb, damit hoeheren Widerstand. Damit giert die Maschine GEGEN die Kurvenrichtung und fliegt unkoordiniert im Slip. (Es gibt auch noch eine etwas kompliziertere Erklaerung, die aber am Gundprinzip nichts aendert - siehe oben in der Web-Referenz).

Jets haben da einen kleinen Trick: Sie fahren (standardmaessig seit der B-727) am Innenfluegel passend oben Flightspoiler aus: Die geben nun dem Innenfluegel mehr Widerstand (und weniger Auftrieb). Ein Flightspoiler hat also ein positives Wendemoment. Und wenn man (geschwindigkeitsabhaengig) das Zusammenspiel von Querrudern und Flightspoilern konstruktiv richtig abstimmt, dann braucht man im normalen (Reise)Flug bei solchen Jets kein Seitenruder in der Kurve.

Warum man das normalerweise nicht bei Kleinflugzeugen macht?

Die haben ja viel weniger Vortriebsleistung = Geschwindigkeit an den erhoehten Widerstand zu verschenken. Warum Sprit und Fahrt verschwenden, wenn ein bischen Rudertritt das Problem loest?

So, jetzt sind meine 3 Cents aber auch abgearbeitet :)

Viele Gruesse
Peter

Markus 06.09.2002 17:56

Zitat:

Original geschrieben von jock
Tach!
@Lutz: Beim Kurven muss man etwas Seitenruder geben nicht um punktgenau auszuleiten sondern um dem negativen Wendemoment entgegenzuwirken. Denn, leitet man, wie du beschrieben hast, eine Rechtskurve mit Querruder rechts ein, so beginnt die Maschine auch um die Längsachse zu rollen, gleichzeitig jedoch, durch den erhöhten Widerstand an der kurvenäusseren Fläche beginnt die Maschine nach links um die Hochachse zu gieren, man schiebt.
Also: Querruder rechts --> rechte Fläche neigt sich --> linke Fläche hebt sich --> Maschine rollt um die Längsachse nach rechts --> linke Fläche muss schneller werden -> mehr Auftrieb an der linken Fläche, mehr Auftrieb = mehr Widerstand --> Nase giert nach links --> dem muss mit Seitenruder rechts entgegen gewirkt werden

Also, man kurvt nach rechts aber Nase geht nach links. ISt ein komisches Gefühl wenn man drinsitzt, ist ja schon ein Slip, der natürlich nicht so toll ist wenn man kooridiniert fliegen soll.

Die, die es noch immer nicht "glauben" wollen ;) , sollen sich mal zum nächsten Flugplatz begeben und mal nachfragen ob sie mal mitfliegen dürfen (am besten im Segler, da merkt man es am besten).

Tschüß
David

Hi alle zusammen,

@David

Stimmt genau und gut erklärt ;) Genau aus diesem Grund haben alle Segelflieger (ich eingeschlossen) dafür das beste Instrument -> der sogenannte Wollfaden auf der Haube.

Wie sagte doch gleich mein Prüfer (mit einem Grinsen war echt ein netter Kerl und Airlinerpilot):"Ich möchte den Faden sozusagen auf Ihrer Nase angenagelt sehen" Habe ich auch hinbekommen.

Aber das zeigt uns schon bei leichten Abweichungen das das Flugzeug schiebt und man kann sofort reagieren.


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