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Christoph 23.01.2012 22:41

Zitat:

Kim Schmitz alias Dotcom bleibt in Neuseeland vorerst hinter Gittern. Der zuständige Richter vertagte am Montag die Entscheidung über einen Antrag auf Freilassung des Megaupload-Gründers gegen Kaution, wie der neuseeländische Rundfunk berichtete. Der [Update: inzwischen 38-Jährige] erklärte sich für unschuldig. Sein Anwalt Paul Davison gab an, sein Mandant habe sich weder an der Verbreitung von Raubkopien noch an Geldwäsche beteiligt. Die Staatsanwälte in Neuseeland sind gegen eine Freilassung auf Kaution. Dotcom habe immer noch genug Geld und verfüge unter anderem über einen Helikopter für eine Flucht. Das Auslieferungsverfahren könnte Monate dauern, sagen Rechtsexperten.
Die Datentausch-Plattform Megaupload war vergangene Woche auf Betreiben der US-Behörden vom Netz genommen worden. Kim Dotcom und seine führenden Mitstreiter – überwiegend Deutsche – wurden in Neuseeland festgenommen. Die Amerikaner haben in Neuseeland einen Auslieferungsantrag gestellt. Der US-Anklage zufolge war Megaupload ein zentraler Umschlagplatz für Raubkopien von Musik und Kino-Hits. Die Betreiber hätten die massiven Urheberrechtsverletzungen nicht nur gefördert, sondern auch selbst mindestens 150 Millionen Dollar daran verdient, lautet der Vorwurf. Bei einem Schuldspruch in den USA drohen Kim Dotcom bis zu 20 Jahre Haft.

Das harte Vorgehen der US-Behörden gegen Megaupload zieht bereits Kreise in der Branche. Der Dateien-Hoster Filesonic stoppte als Reaktion sein Datentausch-Angebot. Anwender können dort nur noch Dateien herunterladen, die sie zuvor selbst hochgeladen haben. Damit wird einer Verteilung von illegalen Kopien geschützter Werke ein Riegel vorgeschoben. Bisher konnten Anwender bei FileSonic – wie bei etlichen anderen vergleichbaren Diensten – beliebige Dateien von der Plattform herunterladen, wenn sie den Link kannten. (dpa) / (vbr)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldu...t-1419806.html

Christoph 24.01.2012 12:50

Zitat:

Nach Megaupload-Razzia: Sharehoster in Panik

Nach der Razzia auf den Sharehoster Megaupload herrscht in der Branche offenbar Panik: Uploaded.to sperrt Besucher aus den USA aus, FileJungle, Fileserve, FileSonic und UploadStation haben überstürzt ihre Affiliate-Programme geschlossen und beschränken Downloads auf die ursprünglichen Uploader. Dies deklassiert diese Hoster zu Dropbox-ähnlichen Datenschließfächern.
In Webmaster-Foren berichten Affiliate-Teilnehmer von massenhaften Datei-Löschungen und Account-Sperrungen. Für die Sharehoster sind die Uploader, deren Material die Filehoster überhaupt erst attraktiv gemacht hat, jetzt eine Bürde geworden. Viele beklagen sich darüber, dass versprochene Auszahlungen ausgeblieben und die Support-Mitarbeiter auf Tauchstation gegangen seien.

Am Donnerstag hatte das FBI in Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden in den Niederlanden, in China, England, Deutschland, Kanada und Neuseeland vier führende Mitarbeiter des Sharehosters Megaupload festgenommen, dessen URLs beschlagnahmt und Server sichergestellt. Zu den Verhafteten gehört auch der Deutsche Kim Schmitz.

Ermittlern zufolge hatte sich Schmitz in seiner Villa verbarrikadiert und musste von der Polizei aus einem Safe Room herausgeschnitten werden. Schmitz wurde am Tag nach seiner Inhaftierung 38 Jahre alt. Die Kautionsverhandlungen am Montag verliefen ergebnislos. Das FBI hat eine Auslieferung von Schmitz und die anderen Angeklagten in die USA beantragt.

Auch viele kleinere Anbieter haben nach der Razzia die Schotten dichtgemacht. Videobb und VideoZer haben ihre Affiliate-Programme geschlossen und wie FileJungle und Uploadstation zahlreiche Dateien von ihren Servern gelöscht. UploadBox meldet auf seiner Homepage, zum Monatsende alle Dateien zu löschen; auf der Website von x7.to steht nur noch, alle bisherigen Dienste würden vollständig eingestellt. 4shared hat seinen Affiliates zum 1. Februar die Verträge gekündigt, verspricht bis dahin aber noch Auszahlungen.

Derweil hat der Rechtsanwalt Robert S. Bennett sein Mandat niedergelegt. Noch am Freitag hatte Bennett angekündigt, Megaupload vor Gericht zu vertreten. Am Montag erklärte der Anwalt jedoch, er könne die Verteidigung aufgrund von Interessenkonflikten nicht übernehmen. Als konkreter Anlass wird vermutet, dass Bennetts Kanzlei Hogan Lovells in der Vergangenheit den Medienkonzern News Corporation vertreten hat.

Nur einer der großen Sharehoster bleibt während des Durcheinanders ruhig: RapidShare teilte am Montag mit, man habe Mitte der vergangenen Woche im Itunes Store zwei iOS-Apps veröffentlicht, mit denen Anwender vom iPhone oder iPad aus auf bei RapidShare gespeicherte Daten zugreifen können. (ghi)
Quelle mit allen Links: http://www.heise.de/newsticker/meldu...k-1419990.html

mankra 24.01.2012 17:08

Erstaunlich, was sich damit verdienen läßt.

Baron 24.01.2012 18:54

Die Masse machts- und es gibt noch genug die "laufen"!

Christoph 24.01.2012 21:09

Wer hätte das gedacht!!

Na dann werde einige nicht am Hungertuch nagen müssen, wenn noch einige laufen.

mankra 24.01.2012 21:22

Multiplikator ist schon klar, trotzdem müssen +200 Mio Ertrag erstmal zusammenkommen.

Christoph 24.01.2012 21:30

Mich wundert´s nicht, die Tauschszene ist groß und jeder will "sparen". ;)

mankra 25.01.2012 01:25

Hätt ich bei weitem Unterschätzt, wieviele für nen Zugang zahlen.

Christoph 27.01.2012 21:35

Zitat:

Megaupload: Der wohlkalkulierte Dominoeffekt

.... Hatten Beobachter zunächst vermutet, dass die verbleibenden Sharehoster die Lücke einfach schließen würde, ergab sich schnell ein anderes Bild: Prominente Hoster wie Filesonic und Fileserve reduzierten ihr Angebot auf ein digitales Schließfach, kündigten ihre Bonusprogramme, suspendierten Tausende von Uploader-Accounts und gingen dann rigoros ans Löschen urheberrechtlich geschützter Inhalte.

Einigen Sharehostern jagte die Lektüre der 72-seitigen Anklageschrift offenbar einen derartigen Schreck ein, dass sie den Zugriff aus den USA blockierten oder ihre Dienste gar komplett abschalteten. Einer Statistik von Arbor Networks zufolge sackte der weltweite Internet-Traffic unmittelbar nach dem Abschalten von MegaUpload deutlich ab.

Nur wenige der Sharehoster behielten die Ruhe, darunter MediaFire und RapidShare. RapidShare hatte sich schon in der Vergangenheit gegen Anschuldigungen der Komplizenschaft bei Urheberrechtsverletzung zu Wehr gesetzt und löscht von Rechtsinhabern beanstandete Dateien mittlerweile sehr schnell. Einen Tag nach dem Mega-Raid veröffentlichte RapidShare sogar iOS-Apps zum Zugriff auf seinen Dienst.

Von Dauer war der Abschreckungseffekt allerdings nicht: Fileserve hob am Donnerstag die Einschränkung wieder auf, dass nur Uploader ihre eigenen Dateien herunterladen können – nach einer massiven Löschungsaktion. FileFactory entschuldigt sich derzeit auf seiner Homepage für eventuelle Download-Abbrüche aufgrund von "heavy traffic volume". In Webmaster-Webforen gehen die Uploader nach anfänglicher Aufregung zur Tagesordnung zurück: Wer bezahlt für meine Uploads am meisten Provision? Das Abschalten von Megaupload hat dem Netz also keinesfalls auf einen Schlag die große Lust am Saugen genommen.

Dabei ist unverkennbar, dass das FBI sein Ziel durchaus auch nach maximalem PR-Effekt ausgesucht hatte. Kim Schmitz hatte seine Firma immer wieder in die Schlagzeilen gebracht – zuletzt mit einem auf YouTube veröffentlichten "Mega Song", in dem US-Prominente wie P Diddy, Kim Kardashian und Serena Williams erklärten, wie gern sie Megaupload nutz(t)en. Universal Music hatte das Video als Copyright-Verletzung markiert, woraufhin YouTube es offline genommen hatte. Erst eine Klage von Megaupload gegen Universal stellte das Video wieder her. Die Klage wurde einen Tag nach der Razzia in Neuseeland fallengelassen.

Geschickt passten die Ermittler den besten Zeitpunkt für ihren Zugriff ab: Zum Geburtstag des Firmengründers Kim Schmitz konnten sie vier der Hauptverantwortlichen des Unternehmens auf einen Streich verhaften – in Neuseeland. Das Auslieferungsverfahren in die USA soll am 22. Februar beginnen. Hätte Schmitz in seinem Geburtsland gefeiert, wäre es nicht zu den Verhaftungen gekommen – Deutschland liefert nicht in die USA aus. Der sechste im Bunde, der deutsche "Head of Business Development" des Unternehmens, ist in Frankfurt daher vorerst in Sicherheit.

Zwei der Firmenchefs wurden mittlerweile auf Kaution freigelassen, Kim Schmitz und ein anderer bleiben in Untersuchungshaft. Bei Schmitz sah der neuseeländische Untersuchungsrichter erhöhtes Fluchtrisiko. Als Beleg hatte das FBI das Protokoll eines Skype-Gesprächs zwischen zwei der Angeklagten ins Feld geführt. Demnach sorgten sich der CTO und der Hauptprogrammierer schon 2007, ob Schmitz beim ersten Anzeichen juristischer Probleme mit allem Geld, dessen er habhaft werden könnte, das Weite suchen würde. Die Verteidigung versuchte vergeblich damit zu kontern, dass Schmitz eine Frau und drei Kinder habe und sein gesamtes Privatvermögen beschlagnahmt worden sei.

Es ist zu erwarten, dass der Fall Megaupload in den kommenden Wochen weiterhin von unterschiedlichen Seiten instrumentalisiert wird. Als Argument für eine Ausweitung der Urheberrechte durch Gesetzesentwürfe wie SOPA und PIPA sowie internationale Abkommen wie ACTA dürfte der Sharehoster allerdings nicht taugen – der internationale Zugriff der Ermittlungsbehörden erfolgte ja auf Basis der bereits bestehenden Rechtslage. (ghi)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldu...t-1423838.html

Christoph 29.01.2012 21:46

Zitat:

Megaupload-User wollen FBI verklagen

Eine Gruppe von Nutzern, die legale Dateien bei dem Hosting-Dienst gespeichert hatten, wollen die US-Behörden nun für den Datenverlust zur Verantwortung ziehen.

Die Nutzer des Online-Klick-Filehosters Megaupload planen eine Beschwerde gegen das U.S. Federal Bureau of Investigations (FBI) weil sie nach dem Abschalten keinen Zugriff auf ihre Daten haben. Wie TorrentFreak berichtet, sammlen Piratenparteien weltweit Interessierte, die sich an der Beschwerde beteiligen wollen. Die Initative geht von der spanischen „Pirates of Catalonia” aus. In einer Stellungnahme erklären sie: „Der umfassende Schaden, der durch die Schließung von Megaupload entstanden ist, ist ungerechtfertigt und steht in keinem Verhältnis zu den Gründen der Aktion“.

Sie werfen den US-Behörden vor, gegen spanisches Recht verstoßen zu haben, indem sie sich persönliche Daten widerrechtlich angeeignet haben. Die Initiative soll laut eigenen Angaben "ein Anstoß für rechtschaffene Internetnutzer sein, sich selbst zu verteidigen." Laut TorrentFreak sind auch Rechtsexperten und Bürgerorganisationen an der Klage interessiert. Betroffene, die sich anschließen wollen, können dies auf der Homepage der Initiative tun.
Mehr zum Thema

Megaupload: Gefahr für heimische User
Quelle: http://futurezone.at/digitallife/712...-verklagen.php


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