WCM Forum

WCM Forum (http://www.wcm.at/forum/index.php)
-   Arbeiten & Geld verdienen in der IT-Branche (http://www.wcm.at/forum/forumdisplay.php?f=73)
-   -   IT-Kollektivvertrag: Inflationsanpassung (http://www.wcm.at/forum/showthread.php?t=227961)

chrisne 27.11.2008 22:56

Zitat:

Zitat von The_Lord_of_Midnight (Beitrag 2323634)
Bei einer Krise steigt man bereits gut aus, wenn man seinen Arbeitsplatz nicht verliert.

also ich wechsel gerade job und kann mich über angebote nicht beschweren.
am schluss hatte ich 3 firmen zur auswahl, ohne großartigen suchen nach 2 monaten.
ich glaube in der it (wenn man was kann) braucht man ned wirklich angst um seinen job haben (zur zeit).

Gruss

The_Lord_of_Midnight 27.11.2008 23:23

In deinem Alter brauchst dich natürlich noch nicht zu beschweren.
Aber du wirst wahrscheinlich bis 70 arbeiten müssen, wenns so weitergeht, daß die Leute keine Kinder mehr wollen.
Sag in 20 Jahren nochmal bescheid, wies mit den Angeboten aussieht.

Und natürlich hast du grundsätzlich auch recht.
Jemand der bereit ist, sich sein ganzes Leben lang fortzubilden, bekommt auch im Alter noch einen Job.

Jemand der das ganze nur passiv über sich ergehen lässt, wird wohl eher der erste sein, dens "erwischt".

chrisne 28.11.2008 08:49

wie der arbeitsmarkt in 20 jahren ausschaut kann keiner sagen ... egal in welcher branche ...
und ich rechne gar nicht in pension gehen zu können. man muss nur rechtzeitig voraus planen und dann sollte das auch kein problem sein.

raunzen ist recht leicht, aber man muss auch mal was verändern.
jeder ist seines glückes schmied ;)

ingomar 02.12.2008 23:11

weil ich grad "IT-Kollektivvertrag: Inflationsanpassung " lese...

Wie sieht es mit dem Abschluss 2008 bzw. der Erhöhung 2009 aus ?

wazlaf 03.12.2008 09:33

Kann nur sagen FINSTER ! :mad::mad::mad:
Die Verhandlungen wurden abgebrochen.

lg wazlaf

The_Lord_of_Midnight 04.12.2008 02:10

Ich glaube vielen Leuten ist gar nicht bewusst was derzeit abgeht.
Wir haben die größte Krise seit die meisten Leuten von uns auf der Welt sind und da gibts Leute die sich nur Sorgen um die kollektivvertragliche Erhöhung machen.
Ich bin schon froh wenn ich niemand kündigen muss.

Ps:
Ja, ich vergönne trotzdem jedem seine Erhöhung, wenn er in einer so guten Position ist, daß er die trotz der Kreisenzeiten noch immer bekommen kann.

wazlaf 04.12.2008 09:39

@LoM ist mir schon bewusst.
Nur bei meiner Firma ist man stolz einen Gewinn erwirtschaftet zu haben und über Plan zu sein. Auch das Budget für nächstes Jahr steht schon fest, ist mit unseren Kunden/Eigentümern akkordiert und nicht kleiner als dieses Jahr.
In der It wird schon sehr viel herumgesuddert, wobei im Normalfall wir die sind die Einsparungen und Rationalisierungen erst möglich machen.
Bei uns wurde zum Beispiel die Weihnachtsfeier redimensioniert :D(wörtlich), dafür hat das Managementboard Firmenautos bekommen.
Kann schon sein das es in kleinen Quetschen Probleme gibt, aber die grossen Itbetriebe haben genug Aufträge.

lg wazlaf

The_Lord_of_Midnight 04.12.2008 12:00

Es freut mich sehr für dich.
Aber wenn du ernsthaft meinst, daß nur die kleinen weniger Aufträge haben, dann bist du absolut auf dem Holzweg.
Dann hast du genau gar nichts mitbekommen.
Nochmals, wir reden von der größten Wirtschaftskrise, seit die meisten Menschen von uns auf der Welt sind.
Und es ist eine weltweite Krise, falls das manche Leute noch nicht bemerkt haben.

Wenn jetzt jemand glaubt, daß die Zahlen gut sind, dann kann das auch stimmen.
Aber nur für das letzte Jahr.
Für das nächste Jahr wirds nur ganz wenige geben, die davon nicht betroffen sind.
Und das eher auch nur diejenigen, die sehr viel Glück haben oder in einem geschützten Bereich sind.

Ich wünsche uns allen, das dieser Albtraum bald vorbei ist.
Das größte Problem ist wahrscheinlich auch nur in unseren Köpfen.

Und es geht auch darum, daß alles nur noch auf "Geld" aufgebaut ist, ohne realwirtschaftlichen Hintergrund.
Man muss unbedingt wieder darauf zurückkehren, daß man ohne Investition in ein reales Unternehmen eben nicht mehr so hohe Zinsen bekommt.
Daran ist auch die Schuldenpolitik der Staaten beteiligt, denn wenn ich Anleihen herausgebe mit 8% Zinsen, wer soll dann noch in ein Unternehmen investieren ?
Wer soll dann noch ein Risiko tragen ?

Irgendwann platzt dann die "Blase", und das passiert offensichtlich jetzt.
Heutzutage hängt alles mit jedem zusammen, niemand kann sich dieser Tatsache entziehen.

Ps: Ist meine persönliche Meinung, lasse mich gerne belehren wenn jemand meint einen Denkfehler bemerkt zu haben.

Alex1 04.12.2008 13:07

He, du trifft ja sogar einmal meine Meinung! :hammer:

The_Lord_of_Midnight 04.12.2008 21:50

Ich glaube, derartige hochverzinste "sichere Anleihen" heizen auch die "verlangten Gewinne" an.
Und auch die "verlangten Mieten".
Und da gehts jetzt nicht nur um irgendwelche "Gstopften", denn investieren kann jeder mal.

Auch "normale Menschen" kaufen sich mal Aktien.
Auch "normale Menschen" erben mal was.
Dann gibts eben Menschen, die kaufen sich für Hausnummer 60.000 Euro eine Eigentumswohnung.
Nur so als Beispiel.
Wenn ich bei der Staatsanleihe 8% Zinsen bekommen, dann will ich von der Miete natürlich 10% haben.
Was alleine schon als Kapitalverzinsung eine Belastung von 6.000 !!! Euro im Jahr bringt.
Kein Wunder daß wir alle stöhnen unter den immer weiter ausufernden Mieten.

Und das schlimmste dran:
Die Mieterträge muss man dann sogar noch versteuern.
Das Geld ist aber investiert, also muss man noch mehr verlangen, was das ganze schon auf 12.000 Euro alleine nur für die Kaptialverzinsung verschlingt.
Betriebskosten, Reparaturen etc. dazu.

Wenns dann mal einen Verlust gibt, kriegt man die zuvor bezahlten Steuern natürlich nicht zurück.

All das führt dann eben zu einer völlig von der Wirklichkeit entrückten Wirtschaft.
Die Geldmenge bläst sich immer mehr auf, aber es steht dem ganzen keine Arbeit oder kein Besitz mehr gegenüber.

Wie gesagt, man müsste wieder zu vernünftigen Relationen zurückkehren, damit auch die Mieten noch leistbar bleiben.
Und damit es auch noch Leute gibt, die auch ein Risiko tragen und sich nicht mehr vom Staat 8% Zinsen garantieren lassen.
Denn natürlich zahlen wir alle die Rechnung dafür.

Alex1 05.12.2008 07:37

Im Moment werden eh die Leitzinsen ordentlich gesenkt. Vielleicht kommt wieder alles auf ein erträgliches Maß runter.

ingomar 05.12.2008 08:23

vielleicht wird hier gerne vor lauter "um-grosse-institutionen-sorgen-machens" allzu schnell vergessen, dass die bankenkredite, garantien, steuergeschenke und anderen erleichterungen unter anderem...

... von der kalten progression des kollektivvertrags gedeckt werden.

von mir aus könnten auch von heute auf morgen gar keine löhne mehr gezahlt werden - der in folge als schwarzes loch dastehende markt wird aber dann bitte von den firmen bereinigt, die momentan als "sanierung" massiv kredite bekommen UND personal abbauen (welches eben das geld für diese kredite aufbringt).


falls es übrigens wen interessiert: mein arbeitgeber hat eine massive umsatzsteigerung erfahren und baut gerade das personal um fast 50% auf. sind zwar nur 30 leute, aber auch mal was...

Alex1 05.12.2008 08:44

Bei uns wird in den nächsten Jahren massiv abgebaut :(

Mir kommt das Kotzen, wenn ich in der Zeitung lese, dass heimische (große!) Banken, die enorm viel Geld machen, so nebenbei überlegen, ob sie Staatsgarantien in Anspruch nehmen sollen, einfach nur, weil es die anderen auch machen. :mad:

The_Lord_of_Midnight 05.12.2008 21:18

Diese Bankgarantien sind aber angeblich nicht gratis.
Denn der Staat bekommt angeblich 8% Zinsen dafür.
Vielleicht kommen solche Rückmeldungen auch nur, damit die Kunden nicht mitkriegen wie schlimm es um die Banken steht.
Denn wenn man einer Bank nicht mehr vertraut, kann diese gleich zumachen.
Denn dann hast innerhalb kürzester Zeit lange Schlangen vor den Schaltern, wo jeder sofort sein Bargeld abheben will.
Haben wir ja nicht nur einmal erlebt.

The_Lord_of_Midnight 05.12.2008 21:21

Zitat:

Zitat von ingomar (Beitrag 2329028)
falls es übrigens wen interessiert: mein arbeitgeber hat eine massive umsatzsteigerung erfahren und baut gerade das personal um fast 50% auf. sind zwar nur 30 leute, aber auch mal was...

Bei all der derzeitigen Panikstimmung ist es gut, auch solche Meldungen zu sehen.
Denn natürlich wird es immer auch erfolgreiche Unternehmen geben.
Auch in Krisenzeiten.

Ich kann mich über Arbeit auch nicht beschweren und ich hoffe natürlich auch für jeden anderen, daß es ihm genauso ergeht.
Und das die Kunden auch bereit sind für die Leistung zu bezahlen wie bisher.
Denn Arbeit ohne Brot macht auch nicht ganz glücklich ;)

ingomar 07.12.2008 12:31

die bankgarantien sind auf 8% verzinst - also mindestens 4% günstiger, als die banken selbst sich untereinander geld borgen. und falls das geld verspielt wird....

es ist ein fakt, dass vieles nicht allzu breitgetreten wird - solang um ein paar milliarden gejammert und wegen dem verlorenen job gemeckert wird, fragt keiner genauer nach. warum nicht eher auf einen schlag alle österreicher schuldenfrei machen ? das hätte weit mehr gebracht, als die plebs weiterhin in abhängigkeit eines geldinstituts zu binden (noch dazu, wo wir mit der eigenen steuer für unser eigenes erspartes garantieren...*ROFL*).


fakt ist, ich arbeite seit 6 jahren im umfeld von banking und spielen - noch nie wurde so viel gezockt wie heutzutage. dass die lotterie so geldträchtig ist, dass sie selbst die nsdap rundum finanziert hat, sollte jemand zu denken geben (spielen ist ausdruck der verzweiflung und gefühlten ausweglosigkeit).


zurück zum thread: wenn nix rauskommt, wovon sollen die progressierenden pensionen und kosten bestritten werden ?

The_Lord_of_Midnight 07.12.2008 16:56

Zitat:

Zitat von ingomar (Beitrag 2329420)
zurück zum thread: wenn nix rauskommt, wovon sollen die progressierenden pensionen und kosten bestritten werden ?

Wenn die Wirtschaft nicht wieder in Fahrt kommen, haben wir alle andere Sorgen als die paar Prozent.

Alex1 07.12.2008 16:59

Und hier beisst sich die Katze in den Schwanz.

ingomar 07.12.2008 17:51

LoM, aus meiner Sicht ergibt sich folgende Zukunft: die Staaten gehen bankrott, die Menschen werden arbeitslos, das Leben nicht mehr leistbar.

Nach jetzigem Ausblick gehen die Grossfirmen zuletzt pleite, werden am längsten erhalten. NUR: was hat der Rest der Menschheit davon, wenn bis dahin der Fensterkitt alle ist ?

Ist ja eine rein rhetorische frage: wenn das unternehmen GM ("grosse Masse") am Leben erhalten wird, womit kaufen notwendigerweise bei immer weniger Vermögen die Kunden deren Produkte ?
Woran soll ich sparen, um bitteschön die Finanzspielereien anderer doch noch rentabel zu gestalten ?

The_Lord_of_Midnight 07.12.2008 18:47

Wie gesagt, zuerst mal müssten die Zinsentreibereien aufhören.
Denn damit kommt es erst zur Kostentreiberei.
Wenn z.b. die Mieten zu hoch sind, dann kann man eine neue Eigentumswohnung finanzieren.
Durch hohe Zinsen wird das eben verhindert.

Vielleicht kommt irgendwann mal die Erkenntnis, daß man von Geld alleine nicht leben kann.
Sondern daß man auch investieren und ein Risiko tragen muss, wenn man hohe Erträge haben will.
Und dann müssen die Leute wieder was arbeiten.

kikakater 07.12.2008 19:31

Die Realeinkommen sinken seit 8 Jahren kontinuierlich.

Bibel: Wucher: Hebt die Schulden einander gegenseitig auf, sonst wird einer ums andere durchgeschüttelt und verliert Hab und Gut und Haus und Familie ...

same as in America ...

The_Lord_of_Midnight 07.12.2008 22:48

Das stimmt nur für einen Teil der Bevölkerung und das auch nicht in allen Ländern.
In Ländern, in denen investiert wird, weil die Löhne niedriger sind, steigen die Löhne massiv an.
Natürlich kann man jetzt sagen, daß gleichzeitig auch die Preise ansteigen.
Das ist richtig, aber trotzdem verliert nicht jeder.

Es gibt auch Leute, die bilden sich ständig fort und arbeiten hart für ihren Erfolg.
Und viele dieser Leute ernten dann auch den Lohn für ihre harte Arbeit.
Keine Ahnung warum das so wenig Leute sehen wollen ?
Ist es Neid, Missgunst, Egoismus ?
Ich habe den Eindruck, daß ist ein sehr starker Teil unserer Kultur geworden.
Und es ist ein Riesenproblem, weil wir uns damit auch unsere eigenen Zukunftschancen verbauen.

Man muss sich das mal vorstellen.
Jeder wünscht sich Wohlstand.
Aber in dem Moment wo man diesen Wohlstand mit harter Arbeit erreicht hat, soll man plötzlich böse geworden sein ?
Warum muss das immer so sein ?
Kann es nicht auch sein, daß man sich das verdient hat, weil man sein ganzes Leben lang hart gearbeitet hat, während andere einen 9 to 5 Job hatten ?

Weiters muss man sich die Frage stellen, wodurch kommt es zu sinkenden Realeinkommen ?
Könnten es nicht auch die immer weiter ausufernden Schulden sein ?
Im Privatleben versteht das jeder, wenn ich mir heute einen Kredit aufnehme, dann vermindert das in den folgenden Jahren meinen Wohlstand bzw. mein Realeinkommen MASSIV.
Wenns um den öffentlichen Haushalt geht, will es offensichtlich niemand verstehen.

Aber wisst ihr was ich glaube.
Wir verstehen es alle sehr gut.
Aber es gehört schon einiges an Rücksichtslosigkeit und Verlogenheit dazu, wenn man meint, die Rückzahlung der Schulden sollten immer nur die anderen leisten ?
(Ich vermeide jetzt den Ausdruck Dummheit, aber das wird wahrscheinlich auch bei manchen Menschen der Fall sein).

Warum muss das immer so sein ?
Wie viele Leute haben sich kaufen lassen bei der Wahl ?
Und dann wollen sie den Preis dafür nicht bezahlen ?
Die Politiker zahlen nicht dafür, die kassieren nur noch schamloser ab als je zuvor.
Selbstverständlich zahlen den Preis wir Steuerzahler, wer denn sonst ?

Alex1 08.12.2008 06:21

:confused:

ingomar 08.12.2008 11:51

LoM, ich verstehe dich (trotzdem ich mein gehalt definitiv nicht _geschenkt_ bekomme UND ich dazu selbstständig bin) nicht.

ich stelle für meinen teil nur fest, dass
1. grad milliarden in "hart arbeitende" (=unternehmen) investiert wurden, und schon jetzt in den USA die zeichen auf "des reicht ned für a monat" stehen.
und 2. wir alle mit sinkendem realeinkommen diese gelder aufbringen sollen.

quo vadis ?

es ist auch keine schande, sich durch harte arbeit von materiellen zwängen freizuschaufeln - doch spielts das laaaang nicht mehr.

beispiel eines aufsichtsratspostens : solang die ergebnisse stimmen - gibt es boni. stimmen sie nicht - wird die bilanz frisiert. stimmen sie immer noch nicht - war man nicht schuld.
dagegen hat JEDE hofer-kassierin mehr verantwortung und einsatz. gibt das nicht zu denken, LoM ? schliesslich ist der "dank" dafür ein nicht angepasster kollektivvertrag...

TONI_B 08.12.2008 14:24

Ich versteh den guten LoM auch nicht!

Aber was sicher viel zu billig ist, wenn man jetzt den Politikern die alleinige Schuld gibt. WO ist die Verantwortung der ach so tollen Manager, die jahrelang zig Millionen verdient haben (wesentlich mehr als jeder Politiker!). Wie viel haben die obersten Manager der deutschen und amerikanischen Autoindustrie verdient? Die haben doch kläglich versagt!

Seit Jahren wurde ihnen von "Umweltschützern" gesagt, sie sollen auf kleinere, spritsparende Autos setzen (wie es in Japan und China der Fall ist!). Dafür wurde diese Aktivisten als weltfremde Spinner abgetan. Da fragt man sich aber nun wer da wohl weltfremd war.

Die "Rettungsaktionen" der Politik ist sicher notwendig - dass der kleine Steuerzahler die Last zu tragen hat, ist bitter, aber wohl kaum abwendbar. Was mich ärgert, ist aber die Tatsache, dass diese Krise nicht zum Anlass genommen wird, diverse Steuern auf Spekulationen einzuführen (Tobin-Steuer!).

The_Lord_of_Midnight 08.12.2008 14:40

Ich finde es beschämend, wenn sich intelligente Menschen auf Kronen-Zeitung-Niveau herablassen und nur auf "die Manager" schimpfen.

Es gibt auch sowas wie eine Verantwortung der Politik, die eine Pflicht hat, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen.
Dafür werden die bezahlt, und die lassen sich alle gut versorgen auf unsere Kosten.

Mögliches Beispiel: (und da gibt es sicher noch andere Varianten, ist nur eine Idee)
Ich würde einfach ein Gesetz machen, daß jeder Mitarbeiter, der eine Gewinnbeteilung bekommt, mit dieser Gewinnbeteiligung auch für Verluste des Unternehmens haftet.
Und zwar für die nächsten 5 Jahre.
Und als Schutz der unselbständigen Mitarbeiter könnte man ja eine Deckelung machen, daß diese Haftungspflicht erst das Einkommen über 10.000 Euro brutto im Monat betrifft.
Und auch generell für alle Einkommen über diesem Betrag, auch wenns nicht als Gewinnbeteiligung deklariert ist.
Damit würde man genau die Leute treffen, die sich schamlos von unserem erarbeiteten Vermögen bedienen und sich dann mit Millionen-Abfindungen aus dem Staub machen.

TONI_B 08.12.2008 14:56

Zitat:

Zitat von The_Lord_of_Midnight (Beitrag 2329797)
Ich finde es beschämend, wenn sich intelligente Menschen auf Kronen-Zeitung-Niveau herablassen und nur auf "die Manager" schimpfen.

Ach so? Und "nur auf die Politiker" schimpfen ist erlaubt? Gute Logik! Zu deiner Information: ich lese gar keine Tageszeitung! Schon gar nicht die "Krone" - aber du scheinst ja zu wissen, was da drinnen steht...:p


Zitat:

Zitat von The_Lord_of_Midnight (Beitrag 2329797)
Es gibt auch sowas wie eine Verantwortung der Politik, die eine Pflicht hat, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen.
Dafür werden die bezahlt, und die lassen sich alle gut versorgen auf unsere Kosten.

Zuerst kommt die Verantwortung der Manager, die wesentlich mehr verdienen als die Politiker!

The_Lord_of_Midnight 08.12.2008 15:27

Ein Manager kann kein Gesetz machen.
Das kann nur die Politik machen.
Und nochmal:
Das ist die Aufgabe der Politiker, dafür werden sie bezahlt.

Was würdest du machen, du scheinst ja zu wissen was zu tun ist ?

TONI_B 08.12.2008 16:24

Hat ja keiner gesagt, dass ein Manager ein Gesetz machen soll!

Aber er soll die Verantwortung dafür tragen, was er verursacht hat!

Oder glaubst du wirklich, dass die nur(!!) Politiker schuld sind, dass es der deutschen und der amerikanischen Autoindustrie so schlecht geht? Da haben wohl die Manager selber massiv Dreck am Stecken - und dafür sollen gerade stehen!

The_Lord_of_Midnight 08.12.2008 18:11

Da bin ich deiner Meinung.
Nur exekutieren kann das nur die Politik mit entsprechenden Gesetzen.
Freiwillig werden sie sich nicht dazu bereit erklären.
Genauso wenig wie ein Politiker sich freiwillig dazu bereit erklären wird, für die verursachten Schulden mit seinem Privatvermögen zu haften.
Wäre aber genauso nötig.
Denn nur dann wird sich was ändern.

Baron 08.12.2008 18:34

Und dann schreien die (unfähigen) Manager wieder einmal "uns wurden so Enge Rahmenbedingungen vom Gesetzgeber vorgegeben-damit war es uns unmöglich..."!
Kennt man als "stimmvolk" doch schon alles -einer schiebt den anderen die schuld zu-und am ende wars keiner aber -da könnt man doch noch ein paar arbeitsplätze wegrationalisiern-aber die Manager bekommen dann och eine Prämie-weil sie sich ja ausserhalb ihres 9-5 jobs (und neben den anstrengenden Präsentationsempfangerln -mit sekt und Kaviar!) noch was überlegt haben-nämlich wies die schuld auf die Politik abwälzen können:rolleyes:
Sorry -keine rechtschreibkorrektur bei diesem Thema :hammer:

The_Lord_of_Midnight 08.12.2008 20:57

Zum wiederholten male:
Die Schuld wird natürlich von der Politik auf "die Manager" abgewälzt und nicht umgekehrt.
Denn ein Manager kann keine Gesetze machen.
Wundert mich jetzt doch sehr, wie schwer manche Leute selbst einfachste Zusammehänge verstehen können, weil ihnen Neid und Missgunst die Sicht verstellt.

Man muss auch definieren, wer "die Manager" sind.
Denn alleine schon eine Ausdruckweise wie "die Manager" macht mich stutzig.
Es ist auch sehr eigenartig, wie einig sich alle sind, wer "die Bösen" sein müssen.
Weil es natürlich immer am einfachsten ist, "die Schuld" auf "die anderen" abzuwälzen.
Wäre ja noch schöner, wenn man die Verantwortung dafür, daß man sich für die Schuldenpolitik kaufen lassen hat, selbst übernehmen müsste.

Aber es nützt uns allen nichts, letztendlich werden doch wieder wir den Preis bezahlen.
Selbst wenn wir das nicht sehen, denn sich in den eigenen Sack zu lügen hat noch nie geholfen.

Ps:
Es gibt sehr wohl enge Rahmenbedingungen, wo ein Manager keine Chance hat.
Nur sind das dann keine Rahmenbedinungen.
Wenn nämlich z.b. die Politik anstatt die Rahmenbedingungen zu definieren, in das tägliche Geschäft eingreift.
Und dort haben sie absolut nichts verloren.
Die Aufgabe der Politik ist es nämlich genau Rahmenbedingungen vorzugeben.

Und wenn diese Rahmenbedingungen dazu führen, daß es mehr Arbeitslose gibt, dann ist es doch verrrückt, dafür eine einzelne handelde Person verantwortlich zu machen.
Oder pauschal "die Manager".

Genauso könnte man pauschal "die Investoren" verantwortlich machen, aber dabei vergessen, daß man selbst mit seinem Pensionsfond einer dieser Investoren ist.
Oder genauso könnte man uns alle als Konsumenten dafür verantwortlich machen, daß wir immer das billigste kaufen, auch wenn das z.b. in China hergestellt wurde.

Wie gesagt, sich etwas weniger in den eigenen Sack zu lügen, würde uns allen gut tun.

Alex1 08.12.2008 21:21

Genau!

The_Lord_of_Midnight 08.12.2008 21:35

Das Problem bei dem ganzen Thema ist auch:
Selbst wenn man recht hat mit der Betrachtung daß "die Manager", wer auch immer jetzt konkret dazu zählen soll, "schuldig" sind, was ändert das ?
Irgendwas muss sich doch auch am System ändern, sonst bleibt alles so wie es immer war.

TONI_B 08.12.2008 21:50

Ersetz in deinen langatmigen Ausführungen "die Manager" durch "die Politiker" und es ist genau so gültig oder nicht!

Aber deine Paranoia, dass "wir" durch Neid und Missgunst getrieben sind, kommt wieder einmal voll durch...

Und die Zusammenhänge sind soo einfach, dass nur du sie verstehst?

The_Lord_of_Midnight 08.12.2008 21:59

Ist halt wieder mal bezeichnend daß sich niemand festlegen will.
Außer darauf, daß wieder mal "die anderen" schuld sind.
Ist das deine Paranoia, die wieder einmal voll durchkommt ?

TONI_B 09.12.2008 07:12

Nein!

Aber ich hüte mich im Gegensatz zu dir vor Pauschalverurteilungen!

Den Gesetzgebern trifft Schuld (das sind NICHT ALLE Politiker!), weil sie offensichtlich von der Industrie/Banken usw. (finanziell?) abhängig sind und daher vorher keine Grundlagen geschaffen haben, dass solche Krisen gar nicht auftreten können.

Den Managern trifft (meiner Meinung nach!) MEHR Schuld, weil sie wesentlch mehr als die Politiker verdienen (weil sie angeblich so eine hohe Verantwortung haben?), aber jetzt nicht bereit sind dafür Verantwortung (finanziell und mit ihrem Job!) zu tragen.

ABER das ärgste ist die Tatsache, dass jahrelang viele geschrieen haben, dass der Staat sich überall raushalten soll! "Der Markt regelt sich von alleine! Keine staatlichen Eingriffe! Alles privatisieren!"

UND jetzt schreien genau diese Leute, dass der Staat doch alles regeln soll...

Alex1 09.12.2008 07:36

Ich denke, das absolute Fehlen jeglicher Moralansprüche ist hauptverantwortlich für die ganze Misere, egal in welchem Lager (politisch oder wirtschaftlich). Oder anders gesagt: nur weil etwas gesetzlich nicht verboten ist, heisst das noch lange nicht, dass man dieses auch tun sollte. Kommt mir vor wie mit kleinen Kindern, die unbedingt die Grenzen ausloten möchten.

TONI_B 09.12.2008 08:58

Nur dass halt diese Grenzen die Grenzen der gesamten Menschheit sind - gefährliches Spiel!

Aber sonst gebe ich dir Recht. Moral und Ethik wurden wohl am Altar der Wirtschaft geopfert.

ingomar 09.12.2008 09:03

irgendwie ist ein interessanter fakt komplett untergegangen: realistisch gesehen ist das subventionsgeld verloren. verspielt, verbraten, durchgebracht - schlicht weg.

warum ? wenn es nicht für die auszahlung von dividenden draufgeht, wird es riskant angelegt - und wieder verspielt. oder, wie bei den autobauern, aufgrund marktfremder politik verheizt.

nun frage ich mich nur eines: wenn wir weiterhin fallende realeinkommen haben, wie sollen wir auch das noch zahlen ?


und "ja", den vorschlag mit haftung ab gewissen einkommensgrenzen finde ich gut. da allerdings wieder mal unsere politiker versagt haben, das beim kreditgeben durchzupressen, wird es wohl nie passieren.
wie gesagt, jeder filialleiter beim billig-mart trägt mehr verantwortung als kanzler und ford-vorstand zusammen - für ein hundertstel des lohns, wenn nicht weniger.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 15:11 Uhr.

Powered by vBulletin® Copyright ©2000 - 2026, Jelsoft Enterprises Ltd.
© 2009 FSL Verlag