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-   -   Wie realistisch ist der Flusi 2002? (http://www.wcm.at/forum/showthread.php?t=59327)

D-IJBA 11.06.2002 19:17

Klar...
 
(@ Ahoberg)... aber bist Du sicher, dass die das mit dem Flusi geübt haben? Bekanntermaßen haben diese Gestörten richtige Flugstunden genommen, und ich bin davon überzeugt, dass die ohne reales Training besten(?)falls der Freiheitsstatue die Krone rasiert hätten oder gleich in den Hafen gestürzt wären.

Um eins klar zu stellen: Der Flusi von Mickrig-Weich ist derzeit der für den privaten User interessanteste Simulator am Markt: über 20000 Airports, fast jeder Grasstrip ist drin, Du kannst um die Welt fliegen, Add-Ons in Legionenstärke sind als Freeware oder Payware fast ohne Ende verfügbar, die Grafik ist, verglichen mit früheren Versionen und mit Konkurrenzprodukten, top, und man kann ihn seinen persönlichen Erfordernissen und Fähigkeiten anpassen. Punktum.

Wie groß der Unterschied zur realen Fliegerei ist, merkt man selbst erst, wenn manin seiner ersten echten Flugstunde nur versucht, die Kiste auf einem Track (über Grund) zu halten, d. h. inkl. Vorhaltewinkel bei Seitenwind etc. Selbst wenn der Flusi die Winde und Böen schon recht gut simuliert, ist das GEFÜHL dabei ein völlig anderes: 3-D und Magenkollern ;) , dazu der Stress, den man - wie in der ersten Fahrstunde - am echten Yoke hat.

Andererseits hat der Flusi auch sein Gutes: Ich habe selbst keinen eigenen Flieger im Hangar, und die Charter, wenn man einigermaßen oft den Boden unter den Füßen verlieren will, bringt ich mit meiner Aufsichträtin des Öfteren in Konflikt. Dagegen habe ich in meinem Flusi-Hanger mittlerweile an die 100 Flugzeuge, der Sprit kosten nicht annähernd 2 Euro pro Liter, und wenn das reale runtergeladene Wetter für VFR nicht passt, flieg ich eben IFR (am PC) oder stelle mir mein Wunschwetter ein.

Der Flusi ist und bleibt nun mal - CHPeter wird mir hoffentlich verzeihen ;) - ein Spiel... wenn auch ein verflixt geiles :D

Jörg :cool:

Andragar 11.06.2002 20:22

Ach ja, auch beim
Zitat:

GEFÜHL dabei ... und Magenkollern
kann geholfen werden: Etwas falsches essen, Fastfood und Süßspeisen, Senf u.s.w. bis einem der Wind in Orkanstärke im Flusi zum k...

Marc_H 11.06.2002 22:48

Zitat:

Klar gibt's den: Bevor ich am Flusi die alte Sopwith fliege, esse ich immer einen großen Teller Bohnensuppe
Oder Zwiebeln!;)

Huss 11.06.2002 22:52

Re: Wie realistisch ist der Flusi 2002?
 
Zitat:

Original geschrieben von citizen

Vielfach wird ja propagiert, dass jemand, der den Flusi 2002 perfekt beherrscht, auch ein reales Flugzeug steuern könnte! Wird aber vermutlich kein Jumbo sein).

Um klarzustellen: Ich bin weit davon entfernt, ein
Flusiexperte zu sein (vom realen Fliegen sowieso ;-) )

Zunächst mein Einstieg: vor ca. 15 Monaten A320 Simulator (weil er billig war zum einsteigen...) keine Grafik - so musste ich halt die IRF Regeln lernen und eben mir Kenntnisse der Navigation aneignen...
Umstieg zum FS2000 - der mir total schwerfiel nach dem A320 -Trimmeigenschaften etc...
Ich bin immer mit den Freewareflugzeugen geflogen - ich stellte fest mit dem FS2000 - das wird nix ohne "Grundkurs". Tja somit hab ich auch da etwas dazugelernd.
Irgendwann wurde dann die Cessna gegen grössere getauscht und ich bin ganz gut mit B737/A320 bis zur B777 und A340 herumgeflogen....so glaubte ich :-)
Dazwische einmal im Nov01 ein Cockpitflug in einer b737-800 wo ich zumindest schon ein bisserl einen Vergleich zur Realität hatte.
Viel bekam ich nicht mit - aber schon mehr als bei meinem ersten irgendwann vor 2 Jahren...

Dann kam für mich der denkwürdige FlightXpress Event in Frankfurt mit kurzem Flug mit den FFSim
der B737-400.

Also ich wäre schon an der Parkbremse gescheitert. (gut das lernt man -wie es geht) und als nächstes gab ich Gas - und war fasziniert - dass die Triebwerke gleich laufen - hätte vergessen mehr Schub zu geben - wäre also irgendwo am Ende der Landebahn zerschellt - wohl aber dazwischen eher von der Pist abgekommen, da die Pedale für mich total neu und ungewohnt waren....
Der Start klappte ganz gut - das Höhehalten nicht wirklich... Ohne _sehr guten_ CoPilot bist du total überfordert. Da ist keine Zeit mehr - irgendwelchen Werte einzugeben/abzulesen - wie etwa im Flusi. Anfangs findest du die Dinge nicht schnell genug. Im Flusi ist es auch fast egal - ob du links oder rechts sitzt, im FFSim habe ich wieder von vorne angefangen zu suchen, als ich mal kurz vom CoPiloten Sitz der PF war...

Ok weiter: Ich war in der Luft - aber irgendwann merkete ich, das meine Platzrunde eine andere war (LOWW RWY29-SNU-LOWW RWY34) als die des Instructors (LOWW29 - LOWW29 links rum) und ich mit dem Höhehalten ziemlich beschäftigt war - hielt ich mich halt so gut ich konnte an die Navigationsanweisungen und ich schaffte tatsächlich mit "vereinten Kräften" eine Landung auf der 29 - und schon wieder ein Problem: Umkehrschub (bis man das aufgezogen hat) und wieder: mit den Pedalen bremsen und vor allen auf der Centerline bleiben....

Zurück in Wien kaufte ich dann doch die DF 737
und spielte so herum (man gewöhnt sich vieles falsch an von den "Standartfliegern") - irgendwann
konnte ich die DF737 fliegen. (noch ohne FMC)

Danach wieder gut 8-9 Std in einem Cockpit der 737-800. Ich profitierte jetzt mit meinem Wissenstand voll. Durfte den FMC bedienen etc. Beim ATC versuchte ich halt mitzubekomme was die da so sagen (Der Funkverkehr war immer auf die Lautsprecher geschaltet damit ich mithören konnte)

Zu Hause setzte ich mich an den FMC und siehe da - es ging auch im Flusi ganz gut :))

Dann mein "überdrüber" Erlebniss: ich war bei den 2x4Std Refreshflügen dabei in einer 737-400.
Sprich bei den Flügen wurde es sicher nicht fad - es passierte immer wieder was und noch viel mehr.... Da lernt man die System ganz gut kennen - und viele Fehler konnte ich sogar selbstätig kommen sehen - wäre allerdings _weit_ davon entfernt, auch nur einige davon irgendwie zu beheben zu können. Eher früher als später hätte so ziemlich alles in einen Absturz geendet.

Dazwischen mal eine Pause:
Zur Eingewöhnung in Heraklion gestartet - raus auf Meer und mal versucht, die Höhe zu halten (nach der Flightdirectoranzeigen im PFD) Ich brauchte sicher 5-10 minuten bis ich einigermassen damit klar kam - Horizontanpeilen war ja nix - da war noch von der Trainingssesson "Waschküche" drinnen...
Zur Landung bekam ich gutes Wetter - und dann war es eine Landung auf Sicht - was im echten Sim durch die gute Sicht kaum Probleme macht - soferne
der Copilot die Throttles übernimmt und Landeklappen übernimmt.
Geradehalten und Umkehrschuib ging aber schon bedeutend besser :-))

Einen Tag später: sicher eine gute Stunde in LOWL
meist gegen westen das Inntal hinauf bis zum Arlberg ... viele Überflüge knapp übern Flughafen mit fullspeed und einige wenige Landungen.
Starten ging super (die waren wirklich etwas überrascht wie gut ich die Befehle und Abfolgen beim Start kannte...)

Resume:
Man wird wohl min 5-10 Std im echten Simulator brauchen um zumindest das Ding in der Luft halten zu können und zu Landen - wenn man einen wirklich guten Copioten hat - der die Instrumente bedient...
Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, denn Autopilot und FMC sind dazu da - die Piloten zu entlasten und ihnen Luft zu verschaffen....
(und bisher im FFSim bin ich immer nur "händisch" geflogen)

Und man darf nicht vergessen - fliegen ist wohl das geringste Problem: Die echten Probleme liegen
im Flugfunk und wenn die Atmospährischen Bedingungen nicht ideal sind (und wann sind sie das!). Von leichten technischen Problemenrundeherum ganz zu schweigen..

Achja: Bei den modernen Flugzeugen ist zwischen
Gross und klein nicht gar soooo viel Unterschied.
Ob das Ding jetzt 60 oder 360 T hat ist dann kein so grosser Unterschied mehr. Bei älteren Modellen ist er klarerweise schon wesentlich grösser.

Siegfried
--
http://members.chello.at/flightsim
--
BTW: Wer noch mitfliegen will auf unserem AusFLUG
Wien-Korfu-Wien : es sind nur noch wenige Plätze frei!!

Andragar 12.06.2002 08:28

Wow... toller Bericht. *neid* Wie kommst Du zu soviel Simulatorstunden? :)

Peterle 12.06.2002 14:07

Na, ich glaube...
 
... wir sind uns ganz einig... und gelernt hab' ich auch was bezueglich der Simulation des Hosenboden-Feelings (force-feedback-Sitz) :lol:

Aber was Joerg noch garnicht erwaehnt hat: Das Verfahren simuliert gleichzeitig (O-Ton Joerg, siehe oben) ...3-D und Magenkollern... :lol:

Ernsthaft: Ich koennte mir vorstellen, dass man bei Darstellung der Aussensicht mit einem Beamer (Projektor) in einem abgedunkelten Raum (also Bereich Cockpit-Bau) durchaus sogar Vertigo erzeugen koennte. Wenn ich laenger "turbulent" bei wenig Sicht simme und angestrengt auf den nahen Bildschirm starre, hab' ich manchmal beinahe so einen Eindruck.. naja, vielleicht spinne ich auch nur...

Und, Joerg: Ok, der FS IST ein Spiel. Aber mein erster Kosmos-Experimentierkasten war dann auch eins ;)

Viele Gruesse
Peter

ahoberg 12.06.2002 14:51

moin,
ich wollte mit meinen Hinweis auf den 11. September 2001 nicht
behaupten, dass man mit FS2002 FLiegen lernen kann.
Ich weiß auch, dass die Idioten Flugstunden genommen haben, trotzdem stelle ich mir das grundsätzlich sehr schwierig vor 60 oder mehr Tonnen mit einer Geschwindigkeit von 600km im Tiefflug waagerecht zu halten...nun ja nichts genaues weiß man nicht.
Andreas

ThomasWinter 12.06.2002 15:00

na das ist doch viel einfacher.....
 
Hallo,

also bezüglich deiner Behauptung ob das einfacher ist, ein schweres Flugzeug bei hoher Geschwindigkeit und im Tiefflug waagrecht zu halten liegst du verdammt falsch!

Je schwerer und je schneller ein Flugzeug ist, desto stabiler liegt es in der Luft. Die Höhe spielt hierbei so gut wie keine Rolle. Gut, aber ner bestimmten Höhe habe ich keine Turbulenzen mehr, aber mal ehrlich, wie lange durchfliege ich mit 600 km/h eine Turbulenz? :rolleyes: Genau!:D

Ich kann zwar jetzt nicht Echo-Klasse mit Alpha-Klasse vergleichen, aber als Segelflieger fliege ich Ein- sowie Doppelsitzer und schon hier merkt man gewaltige Unterschiede.
Der Doppelsitzer liegt, trotzt des nur geringen Mehrgewichts von rund 150 KG, vieeeel stabiler in der Luft als ein Einsitzer. Er ist dafür nicht so wendig braucht aber wie gesagt weniger Korrekturen als ein Einsitzer um eine Fluglage zu halten.

Außerdem sind Flieger dynamisch stabil. Soll heißen dass sie nach Einflüssen von außen wie innen (solange diese nicht länger andauern oder vom Piloten forciert werden) immer wieder in ihre ursprüngliche Fluglage zurückkehren, für die sie getrimmt wurden. Dauert zwar lange aber ist so. :cool:

Hoffe euch ein wenig geholfen zu haben,

(übrigens: Schaut mal in meine Thread "Warum trudeln FS-Flieger nicht anständig?" im "Wie fliegt man richtig"-Forum. Da wurde schon einiges gesagt.

Sir Deni 12.06.2002 15:35

@ Siegfried: wirklich toller Bericht, zumal ich bei mir in verschiedenen Punkten (erst A320, dann Umstieg auf FS 2000, lernen, lernen, lernen usw.) Parallelen sehe.
Nur, wie hast du / stelle ich es an, an so viele SimFlugstunden zu kommen? Würde mich wirklich interessieren....

@ Peter: Wie war das mit dem Beamer noch mal?
Ich spiele schon längere Zeit mit dem Gedanken, mal ´nen (ausgeliehenen) Beamer einzusetzen. Meine Graka hat zwei Ausgänge, sollte also machbar sein. Nur eben über das wie - große Cockpitansicht - Außensicht... bin ich mir noch nicht im Klaren.

Andragar 12.06.2002 15:51

Ich hab mir mal einen (sehr guten!) Beamer von der Firma ausgeliehen. Es ist schon ein gewaltiger Unterschied. Alleine die Lautstärke der Dinger nervt sehr.


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