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citizen428 20.03.2002 21:02

So, hab's grade eben auch noch gesehen.

Fazit:
Positiv überrascht! Wenn man sich schon etwas länger mit Linux beschäftigt hat erfährt man zwar nichts Neues, aber IMHO war die Doku sehr gut recherchiert und wirklich ansprechend aufbereitet. Arte eben (nein, Sloter, ich will dir damit nichts sagen ;) ).

Schön war auch daß wirklich die "Szenegrössen" zu Wort kamen, wie Linus, ESR, RMS, Ted T'so und meine persönlichen Favourites Alan Cox (Interview) und Miguel de Icaza (Interview).

Allerdings ist Sloters Kritik bezüglich der Glorifizierung von Linus schon angebracht, vor allem da diese ihm (Linus, nicht Sloter ;) ) selbst ja nicht wirklich geheuer ist wie man in Interviews immer wieder mitkriegt.

Alles in allem trotzdem besser als ich von einer Fernsehdoku über Linux erwartet hätte, vor allem da sie den Eindruck hinterlässt den Leuten auch die grundlegenden Konzepte freier Software (z.B. GNU) näherbringen zu wollen.

boo 24.03.2002 21:54

hmmm ...

Hurd soll Linux ersetzen?
Oder: Linux "war" eigentlich nur eine Zwischenlösung bis Hurd fertig ist?
Und wir müssten eigentlich dankbar sein, dass die GNU-Soft auf dem Linuxkernel überhaut läuft? - So wie etwa M$Office auf dem Mac?
Wie gut muss Hurd sein, wenn's den schon seit 1984 gibt.
Oder wie oft haben die angefangen das von 0 an zu schreiben?

Wie viele Firmen haben sich mühsam zu "Linux" durchgerungen (obwohl sie vielleicht eher OS gemeint haben).

Was tun die jetzt?
So wie sich die Beschreibung von Hurd liest müsste das als Produktionssystem/Server Linux deutlich schlagen.
Was machen die, die jetzt fleissig an Linux für Z arbeiten? Hurd auf Z-Series (=Rebrand von S390)?

Und SuSE? Und RedHat?
Gibt's dann SuSE Hurd und RedHat Hurd?

Vielleicht tu ich mir ja schwer mit dem Umdenken (s. Freibier) ....

JosefS 24.03.2002 22:02

Zitat:

Original geschrieben von boo

Und SuSE? Und RedHat?
Gibt's dann SuSE Hurd und Redhat Hurd?

hehe, das heißt dann nimma RedHat, sondern RedHurd ;-)

citizen428 25.03.2002 10:30

Zitat:

Original geschrieben von boo
Und SuSE? Und RedHat?
Gibt's dann SuSE Hurd und RedHat Hurd?

SCNR, aber wozu? Denn: http://www.debian.org/ports/hurd/

Außerdem heisst das ja nicht das irgendwer deswegen aufhören muß GNU/Linux zu verwenden. Der Kernel ist frei, die GNU-Tools sind frei, also gibt's kein Problem sondern einfach nur mehr Auswahl. Davon abgesehen find ich Hurd vom Design her interessanter.

boo 26.03.2002 14:46

schon, aber für mich zwanghaften Freibier-Konsumenten ist das nicht mehr Auswahl sondern mehr Verschiedenheit.

So läuft z.B. schon nicht jede "Unix"-Software auf jedem "Unix"-System.
Auch nicht, wenn sie krass angepasst wird. Und es ist auch egal, ob ich "freie" Software mit "kommerzieller" mische, nur kommerzielle oder nur "freie" verwende. Ich hab da dutzende Beispiele.
So.
Und dann gibts also wieder ein neues "Unix". - Zweilfellos: In modernem Design, noch flexibler, etc.. Und irgendwann wird z.B. Tomcat nur noch auf einem Teil dieser "Unixe" laufen, weil die Entwickler einfach nicht zehntausend Extrawürschtln braten können. - Ok, Tomcat is vielleicht ein schlechtes Beispiel, aber bei kommerzieller Software (und es gibt bei weitem nicht alles als OS!) ist es heute schon so, dass zum Bleistift nur RedHat 7.0 [sic!] unterstützt wird. RedHat 7.1 läuft dann vielleicht noch grad so, muss aber nicht sein.

Aber so wies ausschaut wird Hurd sowieso ein Spielzeug für Theoretiker bleiben. - Ich kenn jedenfalls kein Projekt, dass ähnlich lang auf die Eins vor dem Punkt gewartet hat und aus dem noch mal was geworden wär. - Und ich brauch mir keine Sorgen um meine Freunde aus dem Z-Labor zu machen.

boo 26.03.2002 14:52

ich vergaß zu erwähnen: Natürlich gibts auch sowas wie Darwin.
Nur hat Darwin den gewaltigen Vorteil, dass er nicht einfach ein neues BSD-like-Unix ist, sondern, dass er in höchstem Maß KOMPATIBEL ist. - Und die Performance kann sich (nicht nur weils eine coole Architektur ist) sehen lassen!

citizen428 26.03.2002 16:16

Zitat:

Original geschrieben von boo
Und es ist auch egal, ob ich "freie" Software mit "kommerzieller" mische, nur kommerzielle oder nur "freie" verwende.
Das Gegenteil von freier Software ist unfreie Software, nicht kommerzielle Software. Das war mal wieder die Freibier-Mentalität. Auch freie Software darf ich verkaufen, lediglich der Source muß frei (d.h. ohne Einschränkung) erhältlich sein. GPL lesen wenn du mir nicht glaubst.

Zitat:

Nur hat Darwin den gewaltigen Vorteil, dass er nicht einfach ein neues BSD-like-Unix ist, sondern, dass er in höchstem Maß KOMPATIBEL ist.
Er ist nicht nur kompatibel sondern aus dem FreeBSD Kernel (der auf 4.4BSD basiert) und Mach (auf dem übrigens auch GNU/Hurd aufsetzt) hervorgegangen.

ad Kompatibilität:
Zitat:

The Hurd provides a familiar programming and user environment. For all intents and purposes, the Hurd is a modern Unix-like kernel. The Hurd uses the GNU C Library, whose development closely tracks standards such as ANSI/ISO, BSD, POSIX, Single Unix, SVID, and X/Open.
An nicht portierbarer Software sind nicht zwangsweise die verschiedenen Derivate sondern oftmals auch die Softwarehersteller schuld. Immerhin lassen sich POSIX konforme Sourcen oftmals ohne Veränderung auch unter AtheOS kompilieren, und das ist nicht mal ein Unix-Derivat.

citizen428


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