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-   -   Studie: Euro ließ Löhne schrumpfen (http://www.wcm.at/forum/showthread.php?t=244928)

pc.net 22.08.2012 20:52

http://www.orf.at/#/stories/2136942/

Zitat:

OeNB: Keine Reallohnverluste zwischen 2000 und 2010

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat heute Abend in den Chor der Kritiker einer vergangene Woche publizierten UBS-Analyse eingestimmt und erklärt, dass die österreichischen Haushalte zwischen 2000 und 2010 gar keine Reallohnverluste erleiden hätten müssen.

„Tatsächlich ist die Summe des realen - das heißt inflationsbereinigten - verfügbaren Einkommens der privaten Haushalte in Österreich von 2000 bis 2010 um 12,2 Prozent gewachsen, während sie zum Beispiel in Deutschland nur um 3,3 Prozent und in den Niederlanden um 1,6 Prozent zugenommen hat“, schreibt die Bank in einer Pressemitteilung.
„Methodische Mängel“ bei UBS-Analyse

Das sei Folge der relativ geringen Teuerung bei den Verbraucherpreisen (HVPI). Die UBS-Darstellung weise aber für alle Einkommensgruppen „eine teils erhebliche negative Realeinkommensentwicklung aus, was mit der Gesamtentwicklung der realen verfügbaren Einkommen in Österreich offensichtlich logisch nicht vereinbar ist - und auf schwere methodische Mängel in der UBS-Analyse hinweist“.

Auch das von UBS behauptete, „im Prinzip zutreffende“ höhere Gewicht der Preissteigerungen für Nahrungsmittel und Energie bei niedrigeren Einkommen „kann die von der UBS berechnete ungünstige Position Österreichs im internationalen Vergleich nicht erklären“.
Wettbewerbsfähigkeit im Export gesichert

Die relativ schwache Reallohnentwicklung habe mitgeholfen, im Export Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und das Beschäftigungsniveau hoch zu halten, schreibt die OeNB. „Nicht ohne ökonomischen Grund befinden sich Länder mit einem historisch deutlich stärkeren Anstieg der Lohnstückkosten heute in erheblichen makroökonomischen Schwierigkeiten.“

UBS war in ihrer Studie zum Ergebnis von durchgängigen Reallohnverlusten zwischen 2000 und 2010 gelangt - in den unteren Einkommensschichten am höchsten. Die Bank Austria ging heute auch von Reallohnverlusten aus, aber deutlich geringeren als den von der UBS errechneten.
und da wären wir wieder bei der aussage: traue keiner statistik, die du nicht selbst gefälscht hast :rolleyes:

Baron 22.08.2012 20:58

Richtig! Und das die ÖNB ja so überhaupt nix im sinne der Österreichischen regierung fälscht.....liegt doch wohl auf der Hand....
Die frage ist nur was hat die UBS davon-und da waren wir ja nicht die einzigen?
Sorry da vertraue ich lieber den Neutralen Schweizern!

alterego100% 22.08.2012 21:47

Zitat:

Zitat von pc.net (Beitrag 2477517)
aber warum ausgerechnet der euro daran schuld sein soll, erklärt keiner genau ...

Weil Währungsumstellungen schon immer als willkommenes Mittel zu Preissteigerungen dienten.

Vom Staatsbankrott 1811 über die Währungsreformen von 1816, 1892, 1924/25, 1938, 1945, 1947 bis hin zur Euroumstellung 2002 haben die Österreicher bei jeder Währungsumstellung an Vermögen eingebüßt.

Es ist also geschichtlich belegte Tradition.

Die Umstellung von Schilling auf € macht eine Teuerung schon desshalb so einfach da der Umrechnungskurs von 13,7603:1 die Zahlen doch erheblich kleiner wurden, obwohl bei Umrechnung die Preise im ersten Halbjahr brereits um bis zu 30% stiegen.

alterego100% 22.08.2012 21:58

Zitat:

Die relativ schwache Reallohnentwicklung habe mitgeholfen, im Export Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und das Beschäftigungsniveau hoch zu halten, schreibt die OeNB. „Nicht ohne ökonomischen Grund befinden sich Länder mit einem historisch deutlich stärkeren Anstieg der Lohnstückkosten heute in erheblichen makroökonomischen Schwierigkeiten.“
Banker die über reales Löhne für real geleistete Arbeit sprechen - ein Widerspruch in sich.

Früher haben Banker die beim Betrug erwischt wurden, ihre Tat durch einen Sprung aus dem Fenster gesühnt. Das ist in Zeiten von Klimaanlagen und nichtöffenbaren Fenstern anscheinend nicht mehr möglich.
Ich persönlich wäre dafür ihnen zu helfen.

pc.net 23.08.2012 09:35

Zitat:

Zitat von alterego100% (Beitrag 2477552)
Weil Währungsumstellungen schon immer als willkommenes Mittel zu Preissteigerungen dienten.

Vom Staatsbankrott 1811 über die Währungsreformen von 1816, 1892, 1924/25, 1938, 1945, 1947 bis hin zur Euroumstellung 2002 haben die Österreicher bei jeder Währungsumstellung an Vermögen eingebüßt.

Es ist also geschichtlich belegte Tradition.

Die Umstellung von Schilling auf € macht eine Teuerung schon desshalb so einfach da der Umrechnungskurs von 13,7603:1 die Zahlen doch erheblich kleiner wurden, obwohl bei Umrechnung die Preise im ersten Halbjahr brereits um bis zu 30% stiegen.

ja freilich diese preissteigerungen wären natürlich ohne euro niemals eingetreten :engel:...

folgendes wäre natürlich ohne euro-einführung ebenso eingetreten :rolleyes: :
  • viele konsumenten kaufen jetzt eher im am euro teilnehmenden deutschsprachigen ausland ein, da viele preise jetzt leichter vergleichbar (und trotz versandkosten oft sogar niedriger)
  • ettliche österreichische händler machen durch den euro und den wegfall der wechselkosten vermehrt geschäft mit kunden aus euro-raum


natürlich gibt es sowohl vor- als auch nachteile aber IMHO liegt die wahrheit in der mitte ...

alterego100% 23.08.2012 10:12

Zitat:

viele konsumenten kaufen jetzt eher im am euro teilnehmenden deutschsprachigen ausland ein, da viele preise jetzt leichter vergleichbar (und trotz versandkosten oft sogar niedriger)
Ich persönlich kenne niemanden der so seine Miete, seinen Energiebedarf oder auch Waren des täglichen Gebrauchs erwirbt.

Es ist ja unbestreitbar, daß einzelne Bereiche wie zB Unterhaltungselektronik leistbarer wurden aber von diesen Dingen kann man doch nicht leben. Es handelt sich dabei meist sowiso nur um Güter deren Bedarf künstlich geweckt wird.

Zitat:

natürlich gibt es sowohl vor- als auch nachteile aber IMHO liegt die wahrheit in der mitte ...

Natürlich liegt die Wahrheit meist zwischen den Polen.
Aber um ein Gleichgewicht herzustellen muß man eben hin und wieder
den Gegenpol zum herrschenden System besetzen.
Klare Worte gegen Unrecht zu finden kann doch kein Extremismus sein.

Es ist völlig klar, das die herrschende Meinung meist die Meinung der Herrschenden ist. Ich fühle mich aber nicht zum Nachplappern derselben berufen.

pc.net 23.08.2012 12:47

Zitat:

Zitat von alterego100% (Beitrag 2477581)
Ich persönlich kenne niemanden der so seine Miete, seinen Energiebedarf oder auch Waren des täglichen Gebrauchs erwirbt.

ich bin trotzdem der Meinung, dass es nicht legitim ist die Teuerung einzig auf den Euro zu schieben ... IMHO wäre die auch ohne Euro eingetreten ... und ich behaupte mal, dass sie ohne Euro wahrscheinlich sogar noch höher gewesen wäre :ms:

alterego100% 23.08.2012 13:46

Auch wnn die geschichtlichen Fakten eine deutlich andere Sprache sprechen, sei dir deine Meinung unbenommen.

Übrigens habe ich nirgendwo behauptet das der € aleine für die Teuerung verantwortlich ist.
Die Währungsumstellung ist nur ein willkommenes Hilfsmittel.

Deiner Meinung , das ohne € die Teuerung noch grösser wäre, kann ich nichts abgewinnen. Nicht zuletzt da sie durch nichts zu belegen ist.

pc.net 23.08.2012 14:52

kann ja auch mangels in freier wildbahn durchgeführtem echten alternativ-szenario auch nicht belegt werden ...

umgekehrt führt mich das aber auch wieder dahin, dass mangels tatsächlicher alternative auch nicht wirklich zu beweisen ist, dass der euro daran schuld ist ;)


und somit schließt sich der argumentative kreis :rolleyes:

Baron 23.08.2012 17:05

Es geht ja gar nicht um die Teuerung!
Threadtitel: Studie: Euro ließ Löhne schrumpfen

Äpfel und Birnen vergleichen bringt da gar nix! Was interessiert mich beim Reallohnverlust- die Einkaufsmöglichkeiten im Ausland?:eek:
Na net amal irgendwas!:rolleyes:
Das ist doch nix anderes wie werfen von (ver)Nebelgranaten!:ms:


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