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maxb 30.10.2008 12:04

ich versteh' den Zusammenhang zwischen dem Sager und der letzten Bim Fahrt nicht, oder sinds' grad beim Heldenplatz vorbeigefahren, dann hätte es "historisch" wenigstens Sinn gemacht. :D


- der Fahrer klingt wirklich stock besoffen :ms:

J@ck 30.10.2008 20:50

Zitat:

Zitat von mendaxx (Beitrag 2320754)
Ob es nun gut oder schlecht ist, dass Handyvideos als Beweismittel verwendet werden können, ist schwierig zu beantworten.
In diesem Fall soll der Bimfahrer ja dazu aufgefordert haben seine Durchsage aufzunehmen (die ich auch ohne die "Verabschiedung" nur mäßig gelungen finde). Also musste er auch damit rechnen, dass alles, was er da sagt, im Endeffekt gegen ihn verwendet werden kann.

Etwas Anderes ist es, wenn ohne Wissen eines "Täters" aufgezeichnet wird. Manche Dinge würde man sicher nicht sagen, wenn man wüsste, dass jemand das Gesagte aufnimmt.
Allerdings muss man heutzutage damit rechnen, dass ein Großteil der Passanten mit Handys ausgestattet ist, die Ton- oder Videoaufnahmen ermöglichen. Insofern sollte sich jeder generell Gedanken darüber machen, was er wo wie laut sagt. Man kann sich nicht darauf verlassen, dass Rücksicht auf die Privatsphäre genommen wird.

Stimmt schon und genau DAS führt zu einer Form von Videoüberwachung, die bereits weltweit im Gange ist.
Aus vielen Handlungen, konnten bereits Konsequenzen gezogen werden (Tätererkennung, etc.). Ich habe kürzlich auch einen Beitrag gesehen, in dem Straßenrandalierer von Passanten beobachtet wurden. Die Reaktion der Passanten war die Selbe: (Fast) Nix. Aber einige zogen interessiert das Handy und nahmen die Leute auf und bei etwas Glück, hat man dadurch schon ein paar Gesichert aufgezeichnet.

Ich befürworte jetzt deswegen die Videoüberwachung nicht, denn in dieser Form (m.E. die Schlimmste!) gibt es keine Eingrenzung und hält auch nicht vor dem Privatleben.

Zitat:

Zitat von Karl (Beitrag 2320755)
Ich glaube du hast jetzt ein Thema angeschnitten, welches auch hier entgleisen könnte.

Dieser Vorfall wurde ja voll politisch ausgeschöpft.

Ich vertraue auf die Vernunft einiger Forenmitglieder und ihrer Berücksichtigung meiner Bitte, dies nicht so weit kommen zu lassen. Wir können uns ja auch mal als "erwachsenes" Forum beweisen ;)

Zitat:

Zitat von rev.antun (Beitrag 2320803)
... hmmm, ich weiß ned ob der thread bereits geschloßen wäre sofern jemand anderer ihn eröffnet hätte

Wer weiss... ;)

Zitat:

Zitat von rev.antun (Beitrag 2320803)
überwachung hin oder her - jeder der bild/ton material von anderen veröffentlicht muß auch deren zustimmung haben ...

So kenne ich das auch, aber erwirke das mal! In Youtube findest garantiert Videos, die kein Zugeständnis bekommen hätten...

Zitat:

Zitat von Satan_666 (Beitrag 2320811)
Das mit dem Video ist mir sowas von komplett egal - mich irritiert es viel mehr, dass die Tatsache, dass der Fahrer angeblich betrunken gewesen sein soll, viel weniger Beachtung findet als der Unsinn, den er in seinem Dusel von sich gegeben hat. DAS ist für mich der eigentliche Skandal daran ... :rolleyes:

Es heißt, er schien betrunken, einen Alkotest hat er nicht gemacht, daher kann es auch nicht (mehr) bewiesen werden. Aber eine derartige Parole in einem öffentlichen Verkehrsmittel durchzugeben, sowas gab es halt in den Medien noch nicht sehr oft :rolleyes:



Leute, ich vertraue auf eure Vernunft, diesen Thread nicht in eine wilde Politdiskussion übergehen zu lassen. :bier:

Zur Absicherung, vertraue ich auch auf meine Modfähigkeiten, einzelne Beiträge löschen zu können
:p

iG0r 30.10.2008 21:25

Wenn ich das Youtube-Video als Grundlage verwende, dann sehe ich den Typen eher als harmlosen Schwachkopf, als einen NS Wiederbetätiger. Da gibt es ganz andere Figuren und Veranstalungen, die einmal medial aufbereitet breitgetreten gehörten, als so ein Bimfahrer mit Vacuum zwischen den Ohren.

Wenn man auf diese Art beweisen will, dass nicht jeder diese Aussage ungestraft und unbeachte vorbeiziehen lässt, dann ist das schon irgendwie traurig.

mendaxx 30.10.2008 21:30

Die Frage, die sich stellt, lautet:
Wie bringt man den Passanten XY zu der Einsicht, dass Videoaufnahmen ohne Einwilligung eine Straftat sind? Wie schafft man generell mehr Bewusstsein für die (mittlerweile ohnehin stark eingeschränkte) Privatsphäre? Der Abbau selbiger konnte, meiner Ansicht nach, erst dadurch passieren, dass sie vielen Menschen egal zu sein scheint, oder diese den größeren Zusammenhang nicht sehen bzw. verstehen. Dabei betrifft es jeden von uns.

Wenn ich in der Bim sitze und Menschen höre, die am Telefon intime Details aus ihrem Privatleben daherplaudern oder sogar Telefonnummern und E-Mail-Adressen durchgeben, wundere ich mich, ob es ihnen egal ist, oder gar nicht in den Sinn kommt, dass jemand dieser Konversation zuhört und sich solche Daten notieren könnte.

Gleiches Szenario sieht man im Internet jeden Tag. Menschen halten Weblogs und Gästebücher für unbeleuchtete Nischen des Internets. Dass Suchmaschinencrawler trotzdem jeden dieser Einträge indizieren, ist ihnen offenbar nicht bewusst, denn sonst würden sie wahrscheinlich keine privaten Geschichten darüber austauschen.

JetStreamer 30.10.2008 21:36

Als Prviatsphäre würde ich so eine öffentliche Durchsage nicht werten. Vorallem, nachdem der Fahrer ja angeblich zur Aufzeichnung aufgefordert hat. Und wenn jemand in der Öfftentlichkeit persönliche Daten preisgibt ist derjenige/diejenige selbst Schuld.

Viele sehen sowas allerdings als "Sicherheitsgewinn" :rolleyes:

Baron 30.10.2008 21:59

Dann sehe ich aber nur die Alternative Handys die Fotografieren und Videos aufzeichnen können zu verbieten-wird ja in einigen Islamischen Ländern schon gemacht! Die Frage ist nur wollen wir das selbe "Niveau" erreichen?:confused:

JetStreamer 30.10.2008 22:00

Alles verbieten wird sicher die Lösung sein ;)

Arm 31.10.2008 00:01

Zitat:

Zitat von mendaxx (Beitrag 2320838)
Naja, die journalistische Qualität von "Heute" ist mehr als zweifelhaft.

Genauso wie das "unparteiisch" der Heute und der Kronenzeitung. :D

mendaxx 31.10.2008 01:17

Du meinst unabhängig ;)
Und ja, Qualitätsjournalismus ist in Österreich ohnehin nicht sehr verbreitet.

Don Manuel 31.10.2008 09:19

Ich freue mich sehr über den Stil dieser Diskussion zu diesem Thema. Scheinbar wird das Forum wirklich langsam erwachsen. Was für ein wenig mehr als 10 Jahre schon eine sensationelle Leistung ist. Ich sehe so eine Gemeinschaft quasi selbst als heranwachsenden Organismus, dessen Alter durchaus in Relation zu einer Art Reifung steht. Super!
@Topic möchte ich anmerken, dass für mich eine der wesentlichen sozialen Risken darin besteht, dass die drei Staatsgewalten in der Bewältigung der IT leider extrem hinterherhinken. Es hat ja eine Weile gedauert, die menschliche Evolution von kriegerischen Stämmen mit Blutrache bis hin zu Nationalstaaten. Aber auch im Staat hat es eine Weile gedauert, bis z.B. Gewerkschaften und andere Arbeitnehmervertretungen entstanden sind, die im neuen größeren System menschlichere Alternativen zur steinzeitlichen Sklavenherrschaft durchsetzten. Mir scheint, dass der Rechtsstaat bei neuen technischen und sozial relevanten Entwicklungen immer zunächst in die Steinzeit (Idee der Totalüberwachung) verfällt, bis regelnde Mechanismen stark genug werden.
Heute kennt jeder Gewerkschaften und ihre Aufgabe, beim Datenschutz ist man davon noch weit entfernt.


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