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Satan_666 04.05.2007 09:55

Zitat:

Original geschrieben von zed
und die fragen aller fragen: was wäre wirklich notwendig zu tun? - um diese frage drücken sich alle politiker herum. wirklich handeln hieße nämlich langsfristig energiegewinnung aus verbrennung fossiler stoffe komplett einzustellen.
Meine Worte: es wird noch viel zu wenig Schwarz gemalt!

Es geht nicht daraum, ob die Welt untergegehen wird, wenn wir so weiter machen - das wird sie mit Sicherheit nicht. Aber es geht darum, ob wir bereit sind, unser Leben entsprechend anzupassen an die neuen Gegebenheiten. Egal, wie sie aussehen.

Wenn wir mit dem CO2 Ausstoß weitermachen und dadurch die mittlere Temperatur auf unserem Planeten um einige Grad steigt und deswegen das in Eis gebundene Wasser plötzlich freiwird und daher der Meeresspiegel steigt, wodurch dann beispielsweise einige beliebte Urlaubsdestinationen im Meer versinken - dann muss es uns das Wert sein, dass wir viel Geld aufwänden müssen, um "neue" Destinationen einzurichten oder gar auf das Vergnügen verzichten zu müssen, im Meer zu baden. Und wir werden möglicherweise auch darauf verzichten müssen, im Winter im eigenen Land dem Wintersport zu frönen (oder es wird halt wesentlich teurer werden).

Sicher, es kann mir in Wien total egal sein, ob die Russen einfach einen Fluss umleiten (weil sie das Wasser für die Bewässerung von Feldern brauchen) und damit einen riesigen See einfach trocken legen, sodass dort derzeit die Schiffe wie Geistergebilde in der dadurch entstandenen Wüste herumliegen und die dortige Bevölkerung keine Lebensgrundlage mehr hat. Und es kann mir auch egal sein, ob die Chinesen einfach ein riesiges Tal komplett unter Wasser setzen mitsamt allen Lebens dort.

Ich frage mich nur, ob es mich nicht auch mal treffen kann, wenn ich mit der Weltbevölkerung mal um unser gutes Wasser kämpfen werden müssen. Nur um ein bescheidenes Beispiel zu nennen.

TeeKiller 04.05.2007 10:25

Zitat:

Original geschrieben von Satan_666
...und daher der Meeresspiegel steigt, wodurch dann beispielsweise einige beliebte Urlaubsdestinationen im Meer versinken - dann muss es uns das Wert sein, dass wir viel Geld aufwänden müssen, um "neue" Destinationen einzurichten oder gar auf das Vergnügen verzichten zu müssen, im Meer zu baden. Und wir werden möglicherweise auch darauf verzichten müssen, im Winter im eigenen Land dem Wintersport zu frönen (oder es wird halt wesentlich teurer werden).
mir ist klar, dass du wohl auch entsprechend weiterdenkst, aber genau um diese sichtweise gehts ja auch hier:

für uns ist es eine reduktion des komforts, für die dortige bevölkerung gehts um die existenz, denn die verlieren ihre lebensgrundlage und das passiert schon viel früher - z.b. abwanderung jüngerer generationen, keine fortführung des tourismus im heutigen ausmass etc -> regionen "sterben", bevor sie im wahrsten sinne des wortes im wasser versinken.

@AT: ein grosser teil unseres wohlstandes entstammt mit sicherheit dem tourismus, der viell. im sommer etwas zunimmt, aber im winter mehr od. weniger gegen 0 geht - die arbeitslosen d. gastronomie wären im winter finanziell gar nicht zu verkraften.

und so gehts weiter - jeder sturm, jede überschwemmung kostet dem österreicher geld -> siehe kamptal & co. in zukunft gibts das eben statt 1x in 10-20 jahren alle jahre.

die schäden sind in der frequenz nicht mehr tragbar.

leben kann man mit alledem, nur welche lebens-/komforteinbussen dies im vergleich zu jetzt eingeleiteten mehrkosten (teurere, alternative energie, teurere produkte durch aufwändigere/schadstoffminimierte produktion uvm.) bedeutet und wo ein realistischer break even liegen könnte, das überlegt sich niemand.

dasselbe wie mit dem auto - kein mensch sieht die realistischen kosten von billigstenfalls 3-400€/monat bis ins unendliche (je nach auto), aber jeder schreit wg. 1 cent benzinpreisverteuerung...

ein grossteil der bevölkerung ist leider nicht vorausschauend genug und mit genau diesem dilemma kalkulieren auch die politiker, da sie ihre taten leider vermarkten bzw. rechtfertigen müssen - und das geht ohne dem verständnis bzw. der akzeptanz der breiten masse nicht...

alterego100% 04.05.2007 11:03

Zitat:

Original geschrieben von oitt
finde eure argumentation blödsinn, sorry.
einerseits setzen die staaten und industrien (eh dasselbe heutzutage) alles daran die welt zu zerstören, andererseits soll der kunde dann wieder neues kaufen müssen, und die verdienen noch mehr dann an der wiedergutmachung :aio:
seit wann zäumt man das pferd von hinten auf?
zuallererst müssen mal die oberen was ändern und damit meine ich nicht glühbirnenverbotsgesetze :rolleyes:

Die "Oberen" sind auch nur ein Teil der Gesellschaft.
Jeder Einzelne ist verantwortlich für sein Tun.
Das Argument: " Die Anderen sollen anfangen" ist damit obsolet und nicht stichhaltig.

John_Doe 04.05.2007 13:03

Zitat:

Original geschrieben von TeeKiller
dasselbe wie mit dem auto - kein mensch sieht die realistischen kosten von billigstenfalls 3-400€/monat bis ins unendliche (je nach auto), aber jeder schreit wg. 1 cent benzinpreisverteuerung...

ein grossteil der bevölkerung ist leider nicht vorausschauend genug und mit genau diesem dilemma kalkulieren auch die politiker, da sie ihre taten leider vermarkten bzw. rechtfertigen müssen - und das geht ohne dem verständnis bzw. der akzeptanz der breiten masse nicht...

Genau deswegen hab ich auch kein Auto ;) Wobei ich natürlich das Glück hab, hier in Wien mit öffentlichen Verkehrsmittel nahezu überall hin zu kommen :D

Allerdings gibt es allein in meinen Freundeskreis einige, die sich wegen ein paar 100m Fußweg ins Auto setzen, und öffentliche Verkehrsmittel schon gar nicht benützen - hier muß man ansetzen!

oitt 04.05.2007 13:52

Zitat:

Original geschrieben von alterego100%
Die "Oberen" sind auch nur ein Teil der Gesellschaft.
Jeder Einzelne ist verantwortlich für sein Tun.
Das Argument: " Die Anderen sollen anfangen" ist damit obsolet und nicht stichhaltig.

hab mich mal wieder unklar ausgedrückt und geglaubt, es weiß eh jeder von was ich spreche, sorry.

so wie ich das sehe:
IST-Zustand: jeder normalbürger bemüht sich schon alleine wegen der mageren kohle energie zu sparen, in welcher form auch immer.

wie ich es kommen sehe:
die industrien und regierungen werden eine neue steuer einführen, nachdem genug angst geschürt wurde, womit sie sich schön gemütlich ihre umbauten bezahlen lassen, und wie schon geschehen hauptsächlich die kleinbürger und ihre autos und glühbirnen verantwortlich machen...usw...

wer aber noch verstand hat, bedenkt auch, daß die technologien schon seit jahrzehnten da wären um ganz von erdöl wegzukommen. nur hats die lobby noch nicht interessiert. würde mich nicht überraschen wenn die seit jahren klimastudien durchgeführt hätten, und den zeitplan daraufhin erstellt hätten, wo es unumgehbar wird, mal den arsch zu heben. wer sind denn wirklich die treibhausmacher? die kleinen? oder gar die kühe? mitunter auch, ja. aber in wahrheit die industrien. bitte erst the corporation anschauen bevor ich hier weiterdiskutiere, es geht hier auch um aktive umweltverschmutzung wie in china, woran auch unsere industrien welche dorthin nach zu viel gewinn abwandern schuld tragen.

jeder haushalt soweit ich weiß hat bereits stromsparlampen im einsatz. jeder ist sich bewußt nicht unnütz auf standby zu sein. doch die industrie macht sogar mit der umweltverschmutzung noch geschäfte, in dem sie spezialisten werden, ihren müll wieder wegzumachen.
werdet sehen, es dauert nicht mehr lange, dann kommt so eine steuer...

wie sagt man aber im net so gerne: wayne ;)

LouCypher 04.05.2007 14:04

das interssiert momentan doch nur weils sonst nichts gibt, ein gscheiter krieg und der klimawandel ist schnee von gestern. Bush save us!

Satan_666 04.05.2007 14:08

Ist doch so, oder? Der Mensch denkt an sich zuerst. Global Denken ist uns leider nicht angeboren, und mit Argumenten kann man kein Verhalten ändern. Das gilt auch im Geschäftsleben, da ist die eigene Firma - kurzfristig gedacht - mehr wert als die Angst vor etwaigen Umweltkatastrofen.

Geiz ist nun mal geil, das wissen wir.

Und wir wissen, dass die Klamotten und Schuhe aus China und sonstigen Fernostländern unsere Wirtschaft umbringen - trotzdem kaufen wir bei KiK und Konsorten ein. Müsste man ja auf was verzichten!

Ich warte ja nur darauf, dass der "Billige Laden" wieder von seiner Idee abrückt und doch wieder in den allgemeinen Preiskampf miteinstimmt. Vermutlich wird ihm die derzeitige Werbelinie, dass Qualität auch Ihren Preis haben muss, entsprechende Marktanteile kosten. Die Vernunft wird hier ganz sicher nicht siegen. Im Gegenteil: je mehr oitt's Vorhersagen eintreffen, umso mehr wird im Supermarkt gespart werden.

Einen Ausweg wird es dann geben, wenn es tatsächlich zu spät ist. Aber dann wird es vermutlich zu spät sein!

oitt 04.05.2007 14:37

es geht ned um die rettung der eigenen firma...
es geht um gewinnmaximierung. und zwar auf egal wessen kosten. das ist das wesen der aktiengesellschaftskonzerne.

TONI_B 04.05.2007 15:53

Zu diesem Thema hatten wir schon einige Diskussionen hier...

Ein Aspekt - einfach zum Nachdenken (vor allem für die jüngeren unter uns:

Vor ca. 25-30 Jahren wurde auch sehr viel Wind ums "Baumsterben" gemacht. Hört man jetzt noch davon? Nein! Warum nicht? Weil es dieses (zumindest in Mitteleuropa!) nicht mehr gibt. Warum gibt es das nicht mehr? Nicht weil irgend wer irgend etwas freiwillig gemacht hätte, sondern weil es politisch durchgesetzt wurde, dass entsprechende Filteranlagen (hauptsächlich SO2) eingebaut wurden. Die Industrie hat zugestimmt, weil ein Grußteil der Kosten über Förderungen und Steuervorteilen vom Staat (als von uns allen) übernommen wurde. Also haben wir das bezahlt. Es gab keine Wirtschaftskrise usw.(das wurde von der Industrie auch vorher behauptet.

Genau das Gleiche gabs mit dem Blei. Hat auch funktioniert. Keiner hats gemerkt, aber alle habens gezahlt (sei es über Steuern, sei es über höhere Preis). Es gab auch keine Krise.

So bald sich die Politik durchringt und GLOBAL Änderungen per Gesetz durchsetzt, wird es eine Möglichkeit geben, dass dieser "Kelch" an der Menschheit vorübergeht.

Und wenn sofort etwas gemacht wird, wird es viel billiger werden und der Endverbraucher wird es defacto nicht merken, dass ER es finanziert und NICHT die Industrie! Genau so wie beim Waldsterben bzw. SO2.

alterego100% 04.05.2007 17:48

Natürlich müssen die großen Änderungen politisch erwirkt und vom Volk bezahlt werden (wer hätte auch schon jemals davon gehört, daß ein Politiker etwas bezahlt hat ;) ).
Aber gerade wir in Österreich haben ein gutes Beispiel dafür, daß auch vom Volk Druck auf die Politik in diese Richtung gemacht werden kann. Der rechtzeitige Ausstieg aus der Atompolitik war gegen den Willen der damaligen Regierung und führte sogar letzlich zur Abdankung des "Sonnenkönigs" (Bruno Kreisky (dessen Verdienste aber unbestritten sind)).


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