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WCM » News » Juli 2004 » WCM Interview: Linux wird sich am kommerziellen Desktop etablieren!

Lokales
WCM Interview: Linux wird sich am kommerziellen Desktop etablieren!
Veröffentlicht am 10.07.2004 08:58:18

Im September 2004 erscheint von Dr. Michael Kofler „Jetzt lerne ich Linux im Büro“. WCM führte zu dem Thema mit Kofler ein Interview. Über Dr. Michael Kofler:
Michael Kofler wurde 1967 in Innsbruck (Österreich) geboren. Im Oktober 1998 hat er an der technischen Universität in Graz seine Dissertation zum Thema "R-trees for Visualizing and Organizing Large 3D GIS Databases" abgeschlossen. Sein erstes Buch wurde 1987 im Sybex-Verlag veröffentlicht ("Das Atari ST Grafikbuch"). Seit 1991 schreibt Michael Kofler hauptberuflich für den Addison-Wesley-Verlag. Einige Bücher liegen auch in Übersetzungen vor (englisch, französisch, italienisch, holländisch, polnisch).

WCM: Linux ist dank Distributionen, leicht zu bedienender Desktops und Office Programmen die deren in Windows in nichts nachstehen längst bereit für einen Umstieg. Trotzdem scheuen noch immer sehr viele User den Schritt zu wagen. Woran liegt dies ihrer Meinung nach?

Kofler: Es gilt immer das Motto: Never change a running system. Keiner macht freiwillig einen Wechsel (auch nicht von einer Windows-Version zur nächsten). Als Linux-spezifisches Problem kommt natürlich hinzu, dass keine Windows-Programme ausgeführt werden. Bei Internet- und Office-Programmen ist das kein Problem, unter Linux gibt es genug Open-Source-Alternativen (Konqueror, KMail, Mozilla, OpenOffice, Evolution etc.). Problematischer sind branchen-spezifische Programme (in einer Steuerberatungskanzlei z.B. zur Buchhaltung und Bilanzierung). Hier muss sich erst ein größeres Software-Angebot unter Linux etablieren. Bis dahin können Emulatoren (Wine, CrossOver Office, VMware) oder Terminal-Server eine Überbrückung darstellen.

WCM: Bei Linux wird immer die Stabilität des Betriebssystems hoch gehalten und ein Mythus der Virensicherheit aufgebaut. Glauben Sie nicht auch, dass bei einer größeren Verbreitung von Linux im Home- und Office-Bereich auch die Attacken steigen werden?

Kofler: Die Virensicherheit ist kein Mythos, sondern ein Faktum: Es gab bisher keinen Linux-Virus in dem Sinne, wie dies unter Windows Normalität ist. Es gibt keine Linux-Dialer. Auf einem Linux-Rechner laufen nicht unbemerkt ein halbes Dutzend Hintergrundprogramme, um den Benutzer auszuspionieren, um illegal Spam zu versenden oder DOS-Attacken durchzuführen. Und das alles ohne Anti-Viren-Programme!

Die Anzahl der Attacken werden in Zukunft steigen, sicherlich, aber die Frage ist: Werden sie auch erfolgreich sein? Ich bezweifle es. Linux ist von Grund auf sicherer konzipiert. Unter Linux arbeitet keiner als root. Die meisten Windows-Anwender wissen dagegen gar nicht, dass sie mit Administratorrechten arbeiten! Es gibt keine derartige Monokultur bei den Internet-Anwendungen (IE, Outlook), kein ActiveX, das auch nach 1000 Patches unsicher bleiben wird ...

Prefekte Sicherheit bietet keiner, auch nicht Linux. Aber relativ zu Windows ist die Sicherheit eines Linux-Systems geradezu grenzenlos.

WCM: Wohin geht ihrer Meinung nach die Entwicklung von Linux in den nächsten zwei Jahren?

Kofler: Vergangenheit: Linux hat sich am Server-Markt etabliert.
Gegenwart, nahe Zukunft (also die zwei Jahre Ihrer Frage): Linux wird sich am kommerziellen Desktop etablieren.
Etwas fernere Zukunft: Es werden im großen Stil auch Privatanwender werden auf Linux umsteigen. Linux wird in den nächsten Jahren Windows sicherlich nicht ersetzen.

Keiner muss sich Sorgen um M$ machen. Aber der 30%ig Marktanteil, den Linux schon jetzt im Server-Bereich hat, wird es in fünf Jahren möglicherweise auch am Desktop erreichen.

WCM: Was ist der größte Vorteil und der größte Nachteil an Linux?

Kofler: Vorteil: mehr Sicherheit; Preis; große Unabhängigkeit
Nachteil: der erwähnte Mangel an branchen-spezifischen Programmen; mangelnde Multimedia-Fähigkeiten (etwa um eine DVD anzusehen); kein DRM (um Audio-Dateien im Stil des Apple iTunes-Programms herunter zu laden)

WCM: Für Firmen und Behörden wird oft damit geworben, dass Linux günstiger sei. Je nach in Auftrag gegebener Studie kommt allerdings immer ein anderes Ergebnis heraus. Wie ist der Kostenpunkt in ihrer Sicht?

Kofler: Kurzfristig sind die Einsparungen wahrscheinlich wirklich geringer, als sich dies viele erhoffen (Umschulungen, Kosten für kommerzielle Linux-Software etc.). Langfristig ist Linux meiner Ansicht nach definitiv günstiger.
Ich sehe auch ein riesiges Potential für Linux bei kleinen Betrieben und Organisatoren, die nicht das Geld für professionelle Administratoren und für teure Software haben. Dort ist die Installation eines kostengünstigen und sicheren, aber vielleicht nicht 100%ig perfekten Linux-Systems durch einen Informatik-Studenten kein problem (auch rechtlich nicht). Mit Windows ist so etwas unmöglich. Ich habe übrigens noch keine einzige (TCO-)Studie gesehen, in der der Kostenfaktor 'Updates installieren, Viren entfernen, Virenschäden beseitigen, Folgekosten durch Viren etc.' berücksichtigt. Dieser Faktor würde so manche von M$ (mit-)finanzierte Studie wohl zum Kippen bringen.

WCM: Welcher Distributor hat ihrer Ansicht nach die beste Zusammenstellung für den Office-Bereich?

Kofler: Ich würde sagen (in alphabetischer Reihenfolge): Linspire, Mandrakelinux, Sun (Java Desktop System), SUSE, Xandros. Im deutschen Sprachraum gebe ich SUSE die besten Chancen, sich am Desktop durchzusetzen -- aber vielleicht kommt es ja ganz anders.
Diese Woche hat das deutsche BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) den Behörden-Desktop ERPOSS vorgestellt. Diese Linux-Distribution basiert auf Debian, also auf einer Distribution, die man nicht gerade mit Benutzerfreundlichkeit verbindet.

ERPOSS

Grundsätzlich glaube ich, dass die Distributionsfrage gerade im Umfeld Büro stark überbewertet wird. Büroanwender erwarten sich zurecht, dass ihre Rechner betriebsfertig sind. D.h., um Installation + Konfiguration kümmern sich ein Systemadministrator bzw. im privaten Bereich ein Computer-kundiger Freund.

Wenn Linux aber einmal läuft, reduzieren sich die Distributionsunterschiede im Wesentlichen darauf, wie das Menükommando zum Start von OpenOffice oder Mozilla aussieht und wie die Fenster verziert sind (mit einem roten Hut oder einem grünen Gecko ...).
Büroanwender sehen weniger die Distribution als solche, sondern vielmehr die Programme, mit denen sie täglich arbeiten.

WCM: Wurde ihr Buch von Sekretärinnen „getestet“ und wie lange dauerte es bis sie zu der endgültigen Form des Buches gelangt sind?

Kofler: Von Sekretärinnen nicht, aber zumindest einige Kapitel habe ich im Freundeskreis (also nicht unter Computer-Freaks) diskutiert bzw. zum Lesen gegeben.

WCM: Wann schreiben Sie das Buch „Linux im Wohnzimmer“ ?

Kofler: Wenn die Zeit dafür reif ist :-) Ernsthaft sehe ich momentan nicht einmal einen Markt für Windows im Wohnzimmer. Und persönlich habe ich mein Wohnzimmer am liebsten Computer-frei!

WCM: Freuen Sie sich auf den Windows XP-Nachfolger Longhorn?

Kofler: Ich bin da ziemlich neutral eingestellt. Soweit ich überhaupt noch unter Windows arbeite, tue ich das mit Windows 2000 (meiner Ansicht nach das beste Betriebssystem, das M$ bisher zuwege gebracht hat). Windows XP verwende ich nur zu Testzwecken, und bei Longhorn -- wenn es denn fertig wird -- gedenke ich ähnlich zu behandeln.

WCM bedankt sich für das Gespräch.

Jetzt lerne ich Linux im Büro


wan

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Kommentar

deleted_150216

Beiträge: 1597
Registriert: 2001-08-28

#215 Veröffentlicht am: 10.07.2004 09:40:41
super, artikel

aber irgendwie fällt mir jetz auf, dass ich es vermisste, den artikel per mail versenden zu können.

bitte wieder her damit

Kommentar

sholzergr


#217 Veröffentlicht am: 10.07.2004 11:11:44
ja, vielen dank auch für den artikel.
so mail an freund schaltfläche wäre wirklich wieder gut.

Kommentar

Robert


Beiträge: 65538
Registriert: 2000-07-12

#218 Veröffentlicht am: 10.07.2004 11:11:59
hm. da hast du recht. -mal in Auftrag geben...

thx fürs Feedback :) -wird Kofler sicher auch freuen.

Kommentar

deleted_150216

Beiträge: 1597
Registriert: 2001-08-28

#221 Veröffentlicht am: 10.07.2004 21:22:52
super, danke

und kofler -> also ich glaub mit dem wär mal cool zu plaudern. weil er zwar auf linux setzt aber M$ ned ganz verteufelt, das heißt doch sehr objektiv und offen ist.

vielleicht lässt sich mal so ein wcm vortrag von der wcm organisieren.
kofler stellt von mir aus sein buch vor und nachher gibts so ein gemütliches beisammensein.

wäre coool

Kommentar

deleted_150216

Beiträge: 1597
Registriert: 2001-08-28

#223 Veröffentlicht am: 10.07.2004 21:46:24
vielleicht könnte man hier auch noch so nen abo button einfügen, damit man benachrichtig wird wenn auf ein thema ein neuer kommentar kommt

Kommentar

Etienne

Beiträge: 403
Registriert: 2003-03-31

#225 Veröffentlicht am: 11.07.2004 11:21:00
Wirklich ein gutes Interview. Seine Bücher sind ur gut. Hier mit ein Dank an Kofler, sein Buch "Linux" hat mir die Türen zu Linux geöffnet. danke.
lg Etienne

Kommentar

smo

Beiträge: 204
Registriert: 2000-03-27

#227 Veröffentlicht am: 11.07.2004 22:33:09
Nichts für ungut. Aber die Linux Desktops werden auch etwas kosten, vor allem wenn sie von suse kommen. Welcher große Konzern hat gerade Suse gekauft? Bis Linux auf dem Desktop das Niveau von Windows erreicht hat, wird noch viel Zeit vergehen ..... und bis dahin wird auch m$ seine Sicherheit auf Vordermann gebracht haben. justmy2cents
ps: nix is umsonst .. a net das linux ;-)

Kommentar

Neo

Beiträge: 3662
Registriert: 1999-12-12

#270 Veröffentlicht am: 21.07.2004 13:35:25
Ich hab mir vor ein paar Monaten Linux 7 reingezogen.
Sehr informativ! Man bekommt einen ausgezeichneten Überblick.

Man ist direkt deprimiert, wenn man dann im Büro wieder auf einem Windows Rechner arbeiten muss  ;)

Kommentar

Flink

Beiträge: 904
Registriert: 2001-08-29

#330 Veröffentlicht am: 06.08.2004 14:22:57
Wohl einer der besten Artikel zum strittigen Vergleich von Linux mit Windows.



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