Zukunft von A-Trust ungewiss
Veröffentlicht am: 27.01.2006 16:22:37

Die Zukunft der Wiener Zertifizierungsfirma A-Trust, dem größten Anbieter von elektronischen Unterschriften, ist weiter offen. Die Eigentümer haben am Freitag (27.1.) eine mehrstündige Krisensitzung abgehalten, die aber zu keinem endgültigen Ergebnis über die weitere Vorgangsweise geführt hat. Für Montag (30.1.) wurde eine weitere Sondersitzung anberaumt, hieß es bei A-Trust auf APA-Anfrage.

Die größten Gesellschafter der Firma A-Trust sind die Banken BAWAG/P.S.K (10,9 Prozent), BA-CA (11,8 Prozent) und Raiffeisen (10,92 Prozent), sowie die Nationalbank, (9,1 Prozent), die Telekom Austria (20 Prozent) und die Wirtschaftskammer Österreich (9,1 Prozent).

Raiffeisen betonte, dass das letzte Wort über die Zukunft von A-Trust noch nicht gesprochen sei. Man bemühe sich um eine gemeinsam Lösung mit allen Teilhabern, hieß es zur APA. Konkrete Angaben über Zahlungsrückstände bei A-Trust gab es auf APA-Anfrage aus dem Unternehmen nicht.

WKÖ glaubt an Weiterbestand

Die Wirtschaftskammer bezeichnete die jüngsten Befürchtungen einer bevorstehen A-Trust Pleite für überzogen. WKÖ-Sprecher Rupert Haberson glaubt an einen Weiterbestand der A-Trust. Die WKÖ werde jedenfalls im Interesse ihrer Mitglieder alles unternehmen, um zu einem positiven Ergebnis zu kommen, so Habersohn.

Die Befürchtungen, das Aus für A-Trust könnte sich vor allem für die E-Gouvernment-Bemühungen der Bundesregierung negativ auswirken, schwächte Christian Rupp, der Leiter der Plattform "Digitales Österreich" ab. Er verspüre im Bereich E-Gouvernement wachsendes Interesse, was die Anzahl der User belege. 43 Prozent der österreichischen Internet-Nutzer erledigen ihre Behörden-Wege bereits online, sagte Rupp der APA. 60 Prozent nutzen alle anderen vielseitigen E-Gouvernement-Angebote wie z.B. das Runterladen von Formularen.

Die Wiener Zertifizierungsfirma A-Trust, größter Anbieter und zentrale Drehscheibe der elektronischen Unterschrift, stehe mit 5,4 Mio. Euro in der Kreide, berichtet der "Kurier". Grund für die finanziellen Probleme sei das mangelnde Bürgerinteresse an der digitalen Signatur, die unter anderem Bestandteil der Bürgerkarte und seit Jahren ein Ladenhüter sei. A-Trust hat laut Firmenkompass zwölf Mitarbeiter.

(apa)


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