Wilhelminenspital röntgt digital
Veröffentlicht am: 19.04.2005 13:03:57

Zwar bleibt die Strahlenbelastung für den Menschen beim Röntgen weit gehend gleich, dafür spart das Wilhelminenspital nun Jahr für Jahr rund 440.000 Euro im Jahr an Röntgenfilme, Filmchemie, usw. ein. Die Natur freut sich ebenfalls, da die umweltbelastende Filmbearbeitung wegfällt.

Durch die Umstellung auf PACS (Picture Archieving and Communication Systems) zieht nicht nur ein moderner Hi-Tech-Touch in die Radiologie-Abteilung des Wiener Wilhelminenspitals, auch der Patient hat viel davon, da er nun nicht mehr solange auf den Befund warten muss. Überspitzt ausgedrückt, so wie es Dr. Andreas Pattermann gesagt hat, der uns übrigens sehr freundlich über die Neuigkeiten informiert hat, zieht der Patient gerade wieder sein Hemd an während der Arzt schon das Röntgenbild betrachtet und auswertet.

Neben neu angeschafften digitalen Festkörperdetektoren oder Computertomografen, die sofort ein digitales Bild liefern, wurden die alten Röntgengeräte mit Speicherfolien nachgerüstet, die man bis zu 50.000 mal verwenden kann.

Damit die digitalen Röntgenbilder auch effizient genutzt werden können, wurde auch das Netzwerk im Krankenhaus modernisiert. So können an die 80 klinischen Stationen auf die Zentral-Datenbank zugreifen. Diese fasst 27 Terabyte wobei es eigentlich physikalisch 9 TB sind da eine Komprimierung von 1:3 verwendet wird. Das Ganze werkelt als RAID5, damit die sensiblen Daten auch sicher sind. Die Hard- und Software hat natürlich so ihren Preis, ohne das Netzwerk hat man für die Umstellung auf die digitale Radioologie rund 1,3 Millionen Euro ausgegeben. Diese Summe amortisiert sich recht bald, da man sich eben die Kosten für die Röntgenfilme und der Entsorgung erspart. Unter dem Strich sind es allerdings doch mehr als drei Jahre, da man auch die Wartung welche nicht gerade billig ist mit einberechnet werden muss.

Für die Betrachtung der Röntgenbilder kann man natürlich keinen 08/15-TFT aus dem Computerfachhandel verwenden. Es kommen verschiedene Bildschirme zum Einsatz, je nach System. So stehen eine Phalanx an Eizo und Barco-TFTs zur Verfügung die bis zu 5 MegaPixel Auflösung (Graustufen) bieten. Dazu wird auch eine speziell angepasste Grafikkarte benötigt, die zum Teil von Barco und Matrox stammen. Das ganze System wurde von der Firma GE (General Electrics) geliefert. PACS-Lösungen sind immer komplexe Systeme, die aus vielen Hard- und Softwarekomponenten bestehen und peinlich genau geprüft werden. Müssen sie auch, denn eine falsche Darstellung könnte im schlimmsten Fall damit enden, dass ein gesunder Patient am Operationstisch liegt oder ein Kranker unbehandelt wieder heimgeschickt wird.

Wilhelminenspital

Robert Wanderer


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