Vinyl ist Kultur
Veröffentlicht am: 04.11.2005 12:19:50

Einige werden die gute alte Schallplatte wahrscheinlich noch nicht einmal in Händne gehalten haben. Kein Wunder, die CD hat sie vollends verdrängt und nur mehr Klassik-Fans und DJs nutzen die schwarzen Scheiben. Nun scheint die Schallplatte schon so out zu sein, dass sie wieder eine Renaissance erfährt.

Der Wiener Ton-& Datenträger-Hersteller CSM Production hat deswegen Vinyl wieder in sein Produktportfolio aufgenommen. Egal ob 7", 10", 12", Picture, Farbe, Lackschnitt, in einfacher kostengünstiger Promotion-Verpackung oder in edel gestalteten Kastentaschen mit vollflächig bedruckten wertigen Innencovers CSM Production ist nun für alles vorbereitet.

Wer den Retro-Look möchte, aber nicht auf die CD verzichten möchte, kann die „Vinyl Vintage CD“ ordern. Diese werden aus schwarz eingefärbtem Polykarbonat gefertigt und im Druck dann mit einer speziellen Rillen-Lackierung versehen. Dadurch erscheint die Compact Disc wie eine Vinyl Single. Darüber hinaus bietet sich dieser spezielle Vinyl Vintage Look natürlich auch für die Bedruckung von Recordables an. Die CD oder CD-R kann mit 4 Farben im Siebdruck bedruckt werden.



Preise und nähere Informationen finden Sie auf der Homepage von CSM Production.


Wissenswert: So wird eine Vinyl-Schallplatte hergestellt.
Ohne Tonstudio geht nichts, denn der Master wird als CD-R angeliefert. Auf dieser befinden sich lgoischerweise die Tracks in der richtigen Reihenfolge und Pasuen von 3-5 Sekunden. Wichtig ist hierbei noch, dass keine Höhen über 18 kHz und keine Gegenphasen drauf sind.
Die digitale Musik wird umgewandelt und die „Schwingungen“ in die Blanks eingeschnitten (bzw. graviert). Dies wird mit einem Industriediamanten gemacht. Entweder nimmt man dazu eine mit Lack beschichtete Aluminiumplatte (Lackschnitt) oder einen Kupferblank (DMM-Schnitt: Direct Metal Mastering).

Das ist dann gewissermaßen das Ur-Replikations-Werkzeug. Aus diesem „Schnitt“ wird in einem galvanischen Prozess dann das Negativ dieses Press-Werkzeuges erstellt, die sogenannte Matrize (oder Stamper).
Günstiger ist der DMM-Schnitt, da hier der Stamper direkt von dem Kupferblank gezogen werden kann. Beim Lack ist dies ungleich aufwendiger. Die Lackfolie (geschnittener Rohling) wird zunächst versilbert und im Galvanikbad dann mit Nickel beschichtet (aufgedampft). Diese Schicht (= der sogenannte Vater) wird abgezogen. Ähnlich wie bei der CD-Herstellung wird von diesem Vater dann im Galvanikbad ein weiteres Negativ (= Mutter) gezogen und von der Mutter dann noch einmal die ‚finale‘ Matrize gezogen.
Natürlich ist dies viel teurer, aber er gerne bei Techno verwendet, da hier ein bis zu 3 dB lauterer Schneidpegel gefahren werden kann. Jedoch sind Knacker und Grundrauschen erheblich höher als bei DMM. Allerdings ist Lackschnitt nur bei 10“ und 12“ möglich.

Beim nächsten Schritt werden zwischen die Matrizen (für jede Plattenseite eine) ein etwa faustgroßer Klumpen erhitztes schwarzes PVC Granulat eingeschoben. Die Schallplatte wird dann zusammen mit den Etiketten gepresst und ca. 25 Sekunden abgekühlt.
Abschließend wird das seitlich überquellende Material abgeschnitten. Jede Platte muss ca 8 Stunden abkühlen, um Verformungen zu vermeiden. So erhält man ca. 500 Platten, danach wird die Matrize gewechselt, um die Qualität sicher zu stellen.

Geschichtliches:
Der Erfinder der modernen unzerbrechlichen Langspielplatte war der gebürtige Ungar Peter Carl Goldmark(1906-1977). 1948 meldete er die erste Langspielplatte zum Patent an. 1952 kam die erste Schallplatte in Deutschland auf den Markt. Sie hatte eine Spielzeit von über 23 Minuten pro Seite und wurde als LP (Long Playing Record oder Langspielplatte) bezeichnet. Die erste Platte wurde mit einem Violinkonzert von Mendelsohn-Bartholdy bespielt. Platten, wie sie auch heute noch in den Regalen der Sammler stehen, enthalten Mikrorillen (100 Rillen/cm). Sie bestehen aus einem Kunststoff (85-95% Vinylchlorid und 5-15% Vinylacetat).

CSM Production

Robert Wanderer /CSM Production


Gedruckt von WCM (http://www.wcm.at/contentteller.php/news_story/vinyl_ist_kultur.html)