Tschüß Explorer! : Der Umstieg zum Firefox leichtgemacht
Veröffentlicht am: 27.12.2004 14:53:02

Das Ziel des Mozilla Firefox Projekts war es einen sicheren, schnellen, schlanken und einfach zu bedienenden Browser zu erstellen, und das ist den Entwicklern auch gelungen. Mehr und mehr gräbt Firefox dem Internet Explorer Marktanteile ab, kein Wunder erschien die Version 1.0 nach mehr als 2 jähriger Entwicklungsarbeit am 09.November mit allen Features und Annehmlichkeiten, die User des Internet Explorers gewöhnt waren, jedoch mit wesentlich mehr Sicherheit, als der Internet Explorer je bieten kann.

Mozilla Firefox ist nicht in Windows integriert, bietet daher weniger Angriffsfläche für Viren und Hacker. Zusätzlich unterstützt der Browser weder vb script  noch ActiveX, die beide dafür bekannt sind, für die meisten Sicherheitslöcher im Internet Explorer verantwortlich zu sein. Firefox benutzt statt der unsicheren Java Virtual Machine von Microsoft die originale Java Virtual Machine vom SUN.

Der Umstieg
Der Umstieg vom Internet Explorer zu Mozilla Firefox ist denkbar einfach. Bei der Installation wird der Anwender explizit gefragt, ob er alle Cookies, Passwörter, Bookmarks, Internetoptionen und den Verlauf in Firefox importieren möchte. Ein mühsames manuelles Suchen der zu importierenden Dateien fällt somit komplett weg, auch wenn es natürlich im Nachhinein immer unter möglich ist. So kann der Browser einfach installiert und anschließend sofort benutzt werden.
Auch Umsteiger von Netscape 6 oder 7 können ihre Bookmarks einfach weiterverwenden. Hierzu muss nur folgender Text in das user.js kopiert werden: user_pref(„browser. bookmarks.file“, „C:\\Pfad zu Ihrem Netscape-Profil \\bookmarks.html“); Dieses user.js ist im Profilordner gespeichert, wird aber nicht standardmäßig angelegt, sodass es im Profile Ordner erst erstellt werden muss. Natürlich lassen sich die Bookmarks auch über das Menü in Firefox importieren. Opera Nutzer haben es nicht ganz so leicht die Bookmarks in Firefox zu importieren. Hierzu ist ein externes Programm nötig, zum einen entweder FavMan http://www.favman. privat.t-online.de/FavMan/favman.html oder BookmarkPriest http://homepage.uibk. ac.at/~csab3666/

RSS Feed
Eine der wichtigsten Neuerungen in Firefox 1.0 gegenüber der Vorgängerversion 0.9 ist die standardmäßige Unterstützung von RSS Feeds. Im Gegensatz zu früher muss nun dafür kein Extra Plugin mehr installiert werden. Bietet eine Webseite einen RSS Feed an, erkennt der Browser dies und zeigt es dem Anwender am rechten unteren Bildschirmrand mit einem Symbol an. Ein einfacher Klick auf dieses Symbol genügt um den RSS Feed im Browser als Bookmark zu integriert. In unserem Bild haben wir den News Feed von http://derstandard.at eingebunden.

Tabbed Browsing
Tabbed Browsing ist sicherlich eines der bequemsten Features von Mozilla Firefox. Es erlaubt dem Anwender mehrere Webseiten simultan in einem einzigen Browserfenster zu öffnen. Dies erhöht die Übersichtlichkeit der offenen Fenster enorm und hat auch weiters den Vorteil, dass Links entweder im Vordergrund oder im Hintergrund geöffnet werden können. Der Anwender kann hierbei also entscheiden, ob er dem Link sofort folgen möchte oder ob der Browser den Link für die spätere Betrachtung vorbereiten soll. Eine Vorgehensweise, welche das Surfen vereinfacht und beschleunigt, da Ladezeiten von Webseiten kein zusätzliches Warten bedingen.
Um einen Link in deinem neuen Tab zu öffnen wird während des Klickens die Taste gedrückt oder alternativ die mittlere Maustaste gedrückt. Für Tabbed Browsing sind wie für fast alle Funktionen von Mozilla Firefox Erweiterungen erhältlich, die die Grundfunktionen noch mehr verfeinern.

Sidebar
Die Sidebar wird über das Menü und der Auswahl der gewünschten Sidebar aktiviert und bietet direkten Zugriff auf nützliche Funktionen. Ist die Lesezeichen Sidebar geöffnet, lassen sich Bookmarks leicht verwalten und hinzufügen. Neue Lesezeichen werden mit der Maus einfach an die gewünschte Stelle gezogen und, wenn gewünscht, im Nachhinein noch angepasst. Die Chronik zeigt eine Liste der kürzlich besuchten Websites an. Diese Liste kann natürlich wieder sortiert werden und bietet auch eine Suchfunktion. Erweiterungen können ebenfalls Einträge in die Sidebar erstellen, so gibt zum Beispiel die Mouse Gesture Erweiterung (dazu später mehr) in der Sidebar zum einen eine Übersicht über die möglichen Befehle, zum anderen lassen sich die Befehle in der Sidebar bearbeiten.



Suchen
Im so genannten Informationszeitalter wird die Suche im Web immer wichtiger. Daher hat Mozilla Firefox die Suchfunktion gleich von Anfang an integriert. Direkt in der Symbolleiste findet sich rechts oben ein Eingabefeld, das standardmäßig Google zum eingegebenen Begriff befragt. Hier kann aber nicht nur bei Google gesucht werden, es sind auch andere Suchmaschinen möglich, Es ist weiters möglich, auf einer beliebigen Webseite ein Wort zu markieren und dieses dann über das Menü der rechten Maustaste wieder bei Google suchen zu lassen.

Erweiterungen
Mozilla Firefox ist bewusst schlank gehalten. Erweiterungen lassen sich aber mühelos über http://update.mozilla.org/extensions/ installieren. Wird diese Seite mit Firefox geöffnet, werden automatisch nur jede Erweiterungen angeboten, die zur verwendeten Browserversion passen. Wurde das zu installierende Tool dann gefunden, wird es mit einem Klick heruntergeladen. Was dem Anwender noch zu tun bleibt, ist den Browser einmal zu schließen und wieder zu öffnen, und schon können diese Extensions verwendet werden. Im Menüpunkt kann jederzeit kontrolliert werden, welche Erweiterungen bereits installiert wurden. Hier können auch die bereits installierten wieder entfernt werden und ein Link bringt den Anwender direkt wieder zur Webseite der Erweiterungen um neue Tools zu installieren.
Standardmäßig lassen sich aus Sicherheitsgründen nur Erweiterungen herunterladen, die vom update.mozilla.org Server stammen. Wird versucht Erweiterungen von anderen Anbietern zu laden, wird dieser per default geblockt und der User in einer gelben Zeile darüber informiert. Dies lässt sich aber umgehen, wenn in dieser gelben Hinweiszeile auf geklickt wird und die Seite zu den erlaubten Seiten hinzugefügt wird. Anschließend muss nur noch einmal auf die zu installierende Erweiterung geklickt werden und Firefox lädt das Tool herunter. Hier sollte aber peinlichst genau darauf geachtet werden, wirklich nur von solchen Seiten herunterzuladen, denen vertraut werden kann. Eine dieser Erweiterungen die standardmäßig geblockt wird, ist die (nicht ohne Grund) so beliebte Google Toolbar. Nicht mal auf diese müssen Internetexplorer Umsteiger verzichten, sie kann unter http://googlebarl10n. mozdev.org/ installation.html geholt werden. Anders als bei der IE Version der Google Toolbar, wird hier die ursprüngliche Toolbar bereits mit der Google Desktop Search kombiniert, denn es werden hier auch Dateien auf dem lokalen Rechner gefunden. Unter http://mycroft.mozdev.org/download .html lassen sich jede Menge weitere Erweiterungen zur Suchfunktion herunterladen, zum Beispiel eine direkte Übersetzung eines markierten Wortes, etc.

So lassen sich dem Browser ganz persönliche Tools hinzufügen. Etwa kann eine Schnittstelle zu den bekanntesten Download Managern heruntergeladen werden, wenn ein solcher vom Anwender gegenüber dem in Firefox inkludierten bevorzugt wird. Diese Schnittstelle nennt sich FlashGot und kann entweder über die Extensions Seite oder über einen externen Link bezogen werden (http://software.informaction. com/catalog/index.php? product=flashgot).
Zusätzlich zum ohnehin schon gut arbeitenden PopUp Blocker von Firefox 1.0 lässt sich auf der Seite http://adblock.mozdev.org/ eine zusätzliche Erweiterung namens AdBlock bekommen, die sich sehr fein anpassen lässt. Ganz praktisch, wenn auch ungewöhnlich ist die Möglichkeit Mozilla Firefox mit Hilfe von so genannten Mouse Gestures rein über die Maus zu bedienen. Hierzu wird zum Beispiel die Erweiterung von http://optimoz.mozdev.org/gestures/ installiert, mithilfe derer der Browser gesteuert wird. Es braucht zwar einige Übung um damit wirkungsvoll navigieren zu können, ausprobieren sollte man es auf jeden Fall. Beachten Sie hierzu bitte die Übersicht der möglichen Mausbewegungen im Bild.

Themes
Das Aussehen des Browsers kann individuell angepasst werden. Hierzu kann unter https://update.mozilla.org/ themes/ bzw. über das Menü „Themes herunterladen“ aus einer Vielzahl von Themen ausgewählt werden. Wie die Erweiterungen lassen sich die Themen per einfachen Klick installieren und dann im Themesfenster aktivieren bzw. deinstallieren. Aber auch die Symbolleisten können leicht den Wünschen des Anwenders angepasst werden.

Fazit
Wer sich über Sicherheit beim Surfen auch nur die leisesten Gedanken macht, sollte auf alle Fälle weg vom Internet Explorer. Bislang war ein Grund nicht umzusteigen sicherlich der, dass es doch oft mühsam sein kann, gespeicherte Passwörter, Bookmarks etc. in den neuen Browser zu integrieren.
Diese „Ausrede“ fällt mit Mozilla Firefox nun definitiv weg und einem Wechsel steht nichts mehr im Wege, da alle Einstellungen bei der Installation übernommen werden. Aber nicht nur die Sicherheit ist ein Argument für Mozilla Firefox. Im Gegensatz zum Internetexplorer ist er von Anfang an komfortabler und lässt sich obendrein flexibel erweitern, er ist somit für den Anfänger genauso geeignet wie für den fortgeschrittenen Anwender.

Firefox; Firefox Deutsch

Astrid Aichinger