Schnelle Texteingabe speziell für Behinderte
Veröffentlicht am: 17.01.2005 11:01:17

An der TU Wien wurde nun ein Textvorhersageprogramm entwickelt, welches im Vergleich zu herkömmlichen Textvorhersageprogrammen laut eigenen Aussagen wesentlich innovativer und einfach zu bedienen ist und auch Behinderte schnell Texte tippen lässt.

Das Programm heißt EMU und berücksichtigt auch Grammatik. Ein generischer Algorithmus - also ein Algorithmus, der sprachunabhängig ist und nur die Daten die verschiedenen Sprachen unterscheiden - stellt sicher, dass das Programm mit vielen Sprachen (z.B. Deutsch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Schwedisch,…) zusammenpasst.
Voraussetzung dafür ist nur, dass die entsprechenden Wörterbücher und Sprachbeschreibungen pro Sprache generiert werden müssen, wobei von Haus aus schon ein allgemeines Wörterbuch mit ca. 170.000 Einträgen (Deutsch) standardmäßig dabei ist. EMU arbeitet mit nahezu allen Programmen auf einem Computer zusammen, da die von EMU generierten Zeichen von Tastatureingaben nicht unterscheidbar sind. In einem ersten Test konnten wir durchaus eine Erleichterung feststellen. Nach ein paar Buchstaben, oft reichen schon zwei aus, kann man aus einer Auswahl von Vorschlägen diese mit den F-Tasten oder dem Ziffernblock nutzen. Mit etwas Übung, denn man sollte sich darauf einstellen, eine Hand gleich bei den F-Tasten zu haben und nicht mehr das 10-Finger-System zu nutzen, kann man damit durchaus schnell Texte verfassen. Behinderte Menschen die nur mühsam mit einer Hand oder einem Joystick tippen können, werden dadurch deutlich entlastet. Das Fenster mit den Vorschlägen bewegt sich ständig mit dem Text über den Bildschirm und ist stets im Vordergrund. Es lernt auch zum Teil mit.

Christian Beck und Gottfried Seisenbacher, Wissenschafter des TU Wien-Institutes "integriert studieren" und Mitentwickler von EMU, freuen sich über die breite Akzeptanz, die EMU sowohl von behinderten Menschen als auch bei der Wirtschaft genießt. Vertrieben wird EMU nämlich im deutschsprachigen Raum bereits über den Reha-Fachhandel wie z.B. den Firmen rehavista, lifetool und Mechatron. Damit wird das Engagement des Institutes im Bereich der Unterstützung behinderter und älterer Personen einmal mehr der breiten Öffentlichkeit vorgestellt.



Einen ersten Eindruck von EMU kann man sich durch eine zeitlich beschränkte aber sonst voll funktionsfähige Demo-Version auf der EMU Internetseite http://www.is.tuwien.ac.at/emu holen. Der Download misst 3,59 MB.

Robert Wanderer


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