palmOne Tungsten T5 mit Schwachstellen
Veröffentlicht am: 04.10.2004 14:45:17

Nun ist die Katze aus dem Sack – palmOne hat nun den Tungsten T5 offiziell vorgestellt und dem wochenlangem Rätselraten und Mutmaßungen im Web ein Ende bereitet. Allerdings ist nun die Enttäuschung mitunter recht groß, denn der T5 entspricht keineswegs den in ihn von der Fangemeinde gesetzten Erwartungen.

Und irgendwie dürfte dies auch Marketing-Abteilung bei palmOne bereits vorm Release geahnt haben, denn die entsprechende Aussendung preist vor allem ein Ausstattungsmerkmal des neuen T5, das ganz offen gesagt mehr als überflüssig ist. Der große Hit laut palmOne: Der T5 ist der erste Handheld mit 256MByte Speicher, der Daten auch bei entladenem Zustand sichert und obendrein als USB-Flash-Drive genutzt werden kann. Big Deal! Vor allem der letzte Punkt würde auf meiner Wunschliste ganz unten stehen.

Von den 215MByte nicht flüchtigem Speicher stehen dem Anwender 215MByte zur Verfügung. Den Rest nimmt das Betriebssystem in Beschlag. Dabei handelt es sich jedoch nicht um das seit langem erhältliche PalmOS 6 „Cobalt“, sondern um das betagte Palm OS 5.4. Traurig, dass nicht einmal palmOne auf das eigene aktuelle Betriebssystem setzt. Warum also sollten es die wenigen verbliebenen OEMs? Als Software-Draufgabe gibt’s unter anderem das Office –Paket Dokuments To Go 7.0 von DataViz.

Angetrieben wird der T5 von einem Intel XScale Prozessor mit 416MHz Taktfrequenz. Das Display bietet eine Auflösung von 480x320 Bildpunkten bei 16Bit Farbtiefe wobei Applikationen natürlich sowohl im Hoch- als auch Querformat dargestellt werden können. Als größten Pluspunkt sieht palmOne wie bereits erwähnt die Möglichkeit den neuen Tungsten T5 auch als USB Flash-Drive für alle erdenklichen Daten nutzen zu können. Dieses mehr als fragwürdige Feature – Pocket PCs können dies im Prinzip schon lange und bei den aktuellen Preisen von USB-Sticks denkt man eigentlich nicht mehr über derartige „Pseudo-Alternativen“ nach – bringt den großen Nachteil mit sich, dass es dafür eines neuen USB-Anschluss bedarf. Dieser neue Multi Connector ist nicht mehr kompatibel zu alten Drittanbieterprodukten und dürfte wohl auch bei dem Ende Oktober erwarteten Smartphone palmOne Treo 650 zum Einsatz kommen – also den neuen Connector-Standard von palmOne Handhelds darstellen. Ein Vorteil allerdings ist, dass nun auch das Laden des Akkus über USB möglich ist und über ein ebenfalls neues Zubehör von palmOne – eine kleine Dockingstation samt integrierten Lautsprechern – der Tungsten T5 zur Mini-Musikanlage wird. Ein integriertes Mikrofon für Sprachnotizen wäre da schon sinnvoller gewesen. Doch darauf hat man ebenso verzichtet wie auf integriertes WLAN. Mehr als Bluetooth und eine IrDA-Schnittstelle gibt’s nicht.

Der 12,1 x 7,9 x 1,5 cm große und rund 145 Gramm schwere T5 soll Anfang November zu einem empfohlenen Verkaufspreis von EUR 439,- erhältlich sein. Ob man mit derartigen Geräten PalmOS wieder auftrieb geben kann bleibt abzuwarten.

Michael Holzinger

palmOne


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