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Microsoft gibt Druck der EU nach Veröffentlicht am: 13.10.2006 15:15:28 Im neuen Streit mit der EU-Kommission zu vermeiden, will Microsoft sein neues Betriebssystem Vista in veränderter Form auf den europäischen Markt bringen. Der US-Softwareriese teilte in Brüssel mit, auf Grund von Hinweisen der EU-Wettbewerbsbehörde werde Vista in einigen Punkten verändert. Auch in Südkorea werde eine andere Version von Vista vermarktet werden. Die Kommission befürchtet, dass einige in Vista integrierte Funktionen den Wettbewerb bei Anwendungsprogrammen untergraben könnten. Vista soll nach den bisherigen Plänen im November für größere Geschäftskunden und im Jänner für Privatkunden auf den Markt kommen. Der Start war bereits mehrmals verschoben worden. Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte am Rande einer Konferenz in Italien, Microsoft-Chef Steve Ballmer habe sie über den pünktlichen Start der Vermarktung von Vista auch in Europa informiert. Kroes sagte, sie habe den Anruf Ballmers begrüßt. Zugleich habe sie Ballmer darauf hingewiesen, dass Microsoft EU-Wettbewerbsrecht einhalten müsse. Ballmer habe gut daran getan, sie nicht um Grünes Licht für Vista zu bitten. Es sei an Microsoft, die EU-Regeln einzuhalten. Windows-Entscheid gilt auch für Vista Die EU-Kommission erklärte in Brüssel, sie werde die Folgen des Vista-Starts auf den Wettbewerb genau untersuchen und insbesondere eventuellen Beschwerden nachgehen. Microsoft müsse auch bei Vista die Kommissions-Entscheidung zum Betriebssystem Windows beachten. Wie bereits bei der Integration des MediaPlayers in Windows sieht die Kommission die Gefahr, dass durch die marktbeherrschende Stellung Microsofts bei Betriebssystemen andere Software-Hersteller vom Markt gedrängt werden könnten. Wenn bestimmte Funktionen bereits im Betriebssystem enthalten sind, dann könnten Computernutzer auf Programme anderer Hersteller von vornherein verzichten. Bei Vista geht es unter anderem um das Erstellen fixer Dokumente, wie sie Adobe mit dem PDF-Format anbietet. Vista soll zudem auch einen Schutz vor Viren enthalten. Microsoft und die EU-Kommission streiten vor Gericht über mehrere Kartellstrafen von zusammen knapp 780 Millionen Euro und Auflagen gegen den US-Konzern. Microsoft sieht in den EU-Vorgaben eine Beschränkung seiner unternehmerischen Freiheit. (apa) |