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Internet über die Gasleitung Veröffentlicht am: 13.11.2005 11:23:22 Es klingt so befremdend, dass man es nicht für wahr halten möchte: Die in Südkalifornien beheimatete Nethercomm will schon bald die Gasleitungen der Haushalte nutzen, um letztere mit Internet zu versorgen. Das System basiert auf der Übertragung von ultraweitband wireless Signalen, womit eine Übertragungsrate von bis zu 100 Megabit erreicht werden soll. Noch ist das gesamte Projekt jedoch Theorie, denn es gab noch keine Feldversuche. Nicht einmal ein funktionierendes Testmodell gibt es. Dennoch ist man bei Nethercomm überzeugt, das es funktioniert. Speziell adaptierte ultraweitband Funksender und Empfänger sollen die Signale in ein gefülltes Gasrohr übertragen. Dass das Ultratweitband bei höheren Energielevels mit anderen Funksignalen interferiert, stört in diesem Fall nicht, da die Verrohrung ja unterirdisch läuft, meint man bei Nethercomm. Ebenso liegt der entscheidende Vorteil genau in dieser Verrohrung: Denn fast alle Haushalte (in Amerika sind es rund 75 Prozent) haben bereits einen Gasanschluss. Somit ist kein Schaffung eines neuen Zugangs zu den Häusern notwendig. Der Gründer und CEO (Generaldirektor) von Nethercomm meint, das die Betreiber von Kalbelfernsehen nicht bereit sind, über diese Technologie nachzudenken. Mit einigen Telefonanbietern gäbe es jedoch schon ernsthafte Gespräche, neue Kunden auf diese Weise zu verrohren. Verkabeln kann man in diesem Zusammenhang ja nicht mehr sagen. Auch bei Internetprovidern stößt die Idee auf weit geöffnete Ohren. Ist man doch im Bereich des Internet ständig auf der Suche nach neuen Technologien, um noch mehr Haushalte möglichst kostengünstig zu erreichen. Derzeit steckt die Technologie jedoch noch in einem gewissen Huhn-oder-Ei Dilemma: Denn kein Unternehmen baut auf eine noch nicht getestete Technologie. Um sie zu testen, muss sie aber zuerst gebaut werden. Christoph Puhl www.nethercomm.com |