Internet für die Armen
Veröffentlicht am: 26.02.2005 08:33:37

Die Superhüttln der Telekom Austria...

Wie man dank der obigen Zeichnung exakt erkennen kann, sind die superaktuellen Netstations , diese Multimediastationen zum Stückpreis von nicht weniger als 13.000 Euros, ganz besonders optimal gestaltet. Der Gebrauchswert ist leider nicht so toll. Was man anlässlich des letzten Wintereinfalles auch selbst erfahren konnte. Bei minus 6 Grad ist der Ofen sozusagen aus, nur gibt’s da auch keinen.

Auch die versprochenen elektronischen Amtwege sind genauso genommen nicht möglich, denn eine Regelung per eMail ist in Behördensachen gesetzlich nicht vorgesehen. Man muss also ohnehin besuchen.

Ganz besonders stolz ist man auf die Dinger seitens des Kunststaatssekretärs Morak und des Vorstandsdirektors TA, Rudolf Fischer. Denn damit hätte man es geschafft, die digitale Kluft in der Bevölkerung zu schließen. Wer sich keinen eigenen Internetanschluss leisten kann, hat hier eine „angemessene“ Alternative.

Wogegen zwei Tatsachen widersprechen: Erstens kostet dieses öffentliche Internetten pro Stunde 6 Euro. Das „teuerste“ Internetcafe verlangt € 5,80, bietet Sitzgelegenheit, Schutz vor Witterung und eine warme Stube. Weniger prominente Lokale erlauben das Webben schon für stündliche €2,60. Aber der Preis ist gerechtfertigt, bei den Investitionkosten …

Zweitens stehen im Zentrum Wiens, im 1. Bezirk, der ja in den Augen der Initiatoren das Armenzentrum schlechthin sein muss, nicht weniger als 18 dieser Designhütten. Im immer noch Arbeiterbezirk Hernals hingegen findet man nur eine. Also – für sozial Bedürftige oder eine bedürftige Erzeugerfirma?

Wozu noch eines kommt: Kann man bei unseren Nachbarn schon für € 9,90 pro Monat breitbanden, ist das „billigste“ heimische Angebot mit rund 20 Euros eben doppelt so teuer. Nicht zu vergessen die „versteckten“ Gebühren und sonstigen Vertragsbedingungen, die einem schnell das Potemonais leeren.

Telekom

peecee


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