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Intel: Virtualisierungstechnologie startet Veröffentlicht am: 14.11.2005 17:00:00 Intel hat nun auch offiziell zwei neue Prozessoren der Pentium 4-Linie vorgestellt, die über eine Virtualisierungstechnologie, besser bekannt als Vanderpool Technologie verfügen. Die beiden Prozessoren mit dem Modelrating 672 und 662 die mit 3,8 bzw. mit 3,6GHz laufen werden Intels erste Prozessoren mit Virtualisierungstechnologie sein. Die beiden Prozessoren werden nur Single Core Prozessoren sein und 2MB L2 Cache haben. Der FSB wird wie gehabt 800MHz betragen und die CPUs passen in den LGA775 Sockel. Wahrscheinlich wird kein neuer Chipsatz nötig sein. Ein Mainboard mit i945 oder i955 soll mit BIOS-update flott für Vanderpool werden, das nun Intel Virtualization Technology (VT) heißt. Damit ist es dann möglich mehrere Betriebssysteme gleichzeitig auf einer Hardware laufen zu lassen, wobei sich nicht nur wie bisher die Software (VM Ware, Virtual PC) um die Trennung zwischen den Systemen und der Umsetzung auf die Hardware kümmert, sondern auch der Prozessor speziell darauf ausgelegt ist. Genauer gesagt musste bisher immer die Emulationssoftware die gesamte Hardware emulieren und dem Gastbetriebssystem so vorgaukeln, es hätte einen tatsächlichen Prozessor zur Verfügung. Diese Software wird auch VMM (Virtual Maschine Monitor) genannt und liegt softwareseitig zwischen den Gastsystemen und der Prozessor-Hardware.
Problematisch ist dabei hauptsächlich, dass die Gastbetriebssysteme keinen direkten Zugriff auf die Hardware haben, sondern die VM- Software alles Umsetzen muss, damit das Gastsystem tatsächlich glaubt, es hätte Zugriff auf die Hardware. Dass so etwas Performance kostet, dürfte klar sein. Diese Aufgabe übernimmt nun teilweise der Prozessor selbst, was weniger Overhead, also Performanceverlust zur Folge hat. Dazu haben die neuen Prozessoren nun noch zusätzliche Runlevel zur Verfügung. Normalerweise läuft das Betriebssystem im untersten Runlevel (privilege level), nämlich 0. Nur im Runlevel 0 hat das Betriebssystem vollständigen Zugriff auf die Hardware. Bei Intel Prozessoren kann nur ein Programm, also das Betriebssystem, in diesem Runlevel laufen. Bei der Virtualisierungstechnologie gibt es nun zwei unterschiedliche Runlevel 0. Der VMM läuft mit Runlevel 0P (privileged). Für die Gastbetriebssysteme gibt es zudem noch den Runlevel 0D (deprivileged). Somit glaubt jedes Gastsystem, sie hätten den Prozessor für sich alleine, obwohl es nicht der Fall ist und können die anderen „Gäste“ auch nicht sehen. Zwar wäre es auch möglich gewesen die Runlevel 1 und 2 dafür zu verwenden, da diese nahezu nicht genutzt werden (3 ist für Applikationen), jedoch wäre es dann laut Intel nicht möglich gewesen ein 64-Bit Betriebssystem, das Intels EM64T Befehle nutzt, zu emulieren. Auf die Dual Core Varianten, wo die Virtualisierungstechnologie besonders nützlich ist, muss man wohl noch ein Weilchen warten. Genauer gesagt bilden die Pentium 4 Modelle 662 und 672 nur die Vorhut. Bereits im ersten Quartal 2006 wird mehr oder weniger die gesamte Intel CPU-Range inklusive Xeon DP/MP, Pentium D, Itanium und auch die Centrino Plattform die Virtualisierungstechnologie bekommen. Intel: Was ist Virtualisierungstechnologie (Englisch) Intel Virtualisierungstechnologie (Englisch) Martin Schneider |