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Fraunhofer-Programme sollen Raubkopien aufspüren Veröffentlicht am: 07.02.2006 10:56:02 Das Fraunhofer-Institut IPSI in Darmstadt will im März auf der Computermesse Cebit in Hannover nach eigenen Angaben zwei Software-Prototypen vorstellen, die in Internet-Tauschbörsen raubkopierte Dateien aufspüren können. Dazu kombinierten die Forscher ihre Wasserzeichentechnologie mit einem Tauschbörsen-Programm. Die Software tritt dabei als Teilnehmer einer Tauschbörse auf, lädt gezielt potenzielle illegale Kopien herunter und durchsucht sie nach Wasserzeichen. Die vom IPSI (Institut für Integrierte Publikations- und Informationssysteme) entwickelten unhörbaren digitalen Wasserzeichen überstehen den Angaben zufolge sogar eine erneute analoge Mikrofon-Aufzeichnung von einem per Lautsprecher abgespielten Musikstück, das Einscannen einer markierten Fotografie oder das Abfilmen eines markierten Videos mit einem Camcorder. Die Fraunhofer-Forscher sehen ihre Wasserzeichentechnologie als Alternative zu restriktiven Digital-Rights-Management-Systemen (DRM), die spezielle Abspielgeräte und häufige Internet-Verbindungen zum Abgleich der Daten mit dem Musik- oder Hörbuchlieferanten erfordern. Wasserzeichen seien kundenfreundlicher, da der Verbraucher seine MP3-Dateien problemlos auf jedem Billigspieler laufen lassen oder sich für das Autoradio eine CD als Privatkopie brennen könne, erklärt dazu Sascha Zmudzinski, Forscher am Fraunhofer IPSI. Daneben arbeiten die Forscher auch an einem Programm, das Suchanfragen an Tauschbörsen beantworten kann. So könne anonym ein Warnhinweis an einen Tauschbörsenbesucher geschickt werden, dass die von ihm gesuchte Datei eine illegale Kopie sei und von einem Download abgesehen werden sollte. Das Programm sei zur Abschreckung von Anwendern gedacht, die sich in den Tauschbörsen unbeobachtet fühlten, und solle sie auf die illegalen Aktivitäten hinweisen. (apa) |