Ende des Pokers - Kauft T-Mobile Telering?
Veröffentlicht am: 29.07.2005 22:25:38

Laut einem Bericht der Presse hat der zweitgrößte österreichische Mobilfunkprovider T-Mobile das Rennen im Bieterpoker um die Nummer Vier am österreichischen Markt Telering gemacht. Mit der Übernahme von Telering und deren 1,079 Millionen Kunden würde T-Mobile deutlich über drei Millionen Kunden haben und dem bislang unangefochtenem Marktführer mobilkom austria mit der Marke A1 sehr nahe kommen.

Wie die Presse aus Konzernkreisen erfahren haben will soll das Angebot von T-Mobile 1,3 Milliarden Euro betragen. Nach Informationen der Presse soll der Deal bereits fertig ausgehandelt sein und nächste Woche Donnerstag vom Aufsichtsrat des deutschen Mutterkonzerns T-Mobile abgesegnet werden. Allerdings wollen derzeit – so die Presse – weder T-Mobile noch Telering Kommentare zum größten Deal in der österreichischen Mobilfunkbranche der letzten Jahre abgegeben.

Die Übernahme von Telering durch T-Mobile bringt allerdings aus derzeitiger Sicht nur für den Magentafarbenen Konzern Vorteile. Denn mit Telering schafft man sich einen in letzter Zeit sehr lästigen Konkurrenten vom Hals. Die sehr offensive und mitunter auch aggressive Marketingoffensive von Telering hatte unter anderem auch T-Mobile zahlreiche Kunden gekostet.

Branchenkenner sehen in dieser Übernahme den Beginn der seit langem angekündigten Markbereinigung im total übersättigten, aber immer noch hart umkämpften österreichischen Markt.

T-Mobile erwirbt dabei mit Telering eine Perle der österreichischen Telekom-Branche zitiert die Presse Branchen-Insider. Für Telering, bislang im Eigentum des US-Konzerns Western Wireless allerdings bedeutet diese Übernahme wahrscheinlich das Ende als eigenständiges Unternehmen. „Das ist auch das Ende von Telering, die Marke wird verschwinden.“ zitiert die Presse Insider. Kein Wunder also, dass die derzeit rund 650 Angestellten von Telering nunmehr um ihre Jobs zittern müssen.

Zudem könnte dieser Deal auch Nachteile für den Endkunden haben. Denn ein Mitspieler, zudem einer der „aggressivsten“ verschwindet damit vom Markt. Die in den letzten Monaten geführte heiße Schlacht um den günstigsten Tarif dürfte sich damit deutlich entschärfen. Und auch die bei den Providern immer unbeliebtere Subvention von neuen Mobiltelefonen zur Kundenaquisition bzw. Kundenbindung dürfte damit sehr bald der Vergangenheit angehören.

Michael Holzinger

T-Mobile Österreich
Telering
Die Presse



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